An-Gedacht zum Wochenende

Die Westfalenpost hat seit Ostern 2009 die Serie „Angedacht“ in ihrem Wittgensteiner Lokalteil aufgenommen, bei der jeden Samstag Pfarrerinnen und Pfarrer zu Wort kommen. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion drucken wir die Gedanken dann ab Sonntag hier ab. Verantwortlich für den Inhalt sind immer die Verfasser.

Bei den Texten handelt es sich übrigens nicht um Predigten, sondern ganz einfach um kurze verschriftlichte Gedanken mit einem theologischen Anliegen. Sie können und wollen auch nicht die Gemeinschaft, die Musik und die Predigt eines richtigen Gottesdienstes ersetzen. Aber sie dürfen gern von allen Leserinnen und Lesern als Einladung verstanden werden, am nächsten Sonntag einen Gottesdienst in einer der Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein zu besuchen.

Wir freuen uns auch über Reaktionen auf das Angedacht. Klicken Sie auf das Foto des jeweiligen Andacht-Schreibers, dann können Sie dem Autor Ihre Gedanken in einer E-Mail mitteilen.

Pfrn. Simone Conrad

17. September 2017

Sonne in den Alltag bringen

von Diakoniepfarrerin Simone Conrad, Birkelbach

Lieber Leser und Leserinnen, was bringt eigentlich Ihr Gesicht zum Strahlen? Bei mir persönlich sind das ganz verschiedene Dinge: Ich finde es unwiderstehlich, wenn ein Baby mich anlacht und strahle automatisch zurück. Mein Gesicht kann leuchten vor Freude, wenn jemand mir eine schöne Überraschung macht. Oder wenn ich am Ende eines Gespräches, einer Veranstaltung, eines Gottesdienstes merke: Ja! Das war genau richtig! Ich strahle vor Glück, wenn jemand mir Wertschätzung und Liebe schenkt. Es ist dieses Gefühl von: Jetzt und in diesem Moment ist alles richtig, ist alles gut - und im Herzen geht die Sonne auf.

An diesem Wochenende feiern wir in Elsoff das zehnjährige Bestehen der Arbeit der Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen. Ja, tatsächlich - zehn Jahre ist es her, dass dieses Erfolgsprojekt ins Leben gerufen wurde. Seit zehn Jahren machen sich die Mitarbeiterinnen in den Gemeinden auf, alte Menschen zu besuchen - zuzuhören, Zeit zu schenken, da zu sein, zu helfen, zu beten, Wertschätzung zu schenken - und ein Stück Lebensfreude.

Die Menschen, die besucht werden, freuen sich oft schon die ganze Woche darauf, wenn ihre Diakonische Gemeindemitarbeiterin kommt - kostbare Stunden, die den langen Tag verkürzen und ein Stück Licht und Sonne in den Alltag bringen. Und die damit das Gesicht eines alten Menschen zum Leuchten bringen, weil sie zeigen: Schön, dass es dich gibt. Du bist wertvoll - und ich habe Zeit für dich.

Aus unseren Gemeinden ist die Arbeit der Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen nicht mehr wegzudenken. Wir sind dankbar, dass es immer wieder Menschen gibt, die engagiert und fröhlich diese Arbeit tun. Darum ist es an der Zeit, Danke zu sagen - den Mitarbeiterinnen, die diesen Dienst übernommen haben oder übernehmen, allen, die diese Arbeit unterstützen und fördern - aber auch unserem Gott, der seinen Segen gegeben hat und gibt. Denn ich bin gewiss: er ist mit dabei in den Gesprächen und Begegnungen, mit unterwegs zu den Menschen. Und deshalb ist mein Geburtstagswunsch zum Jubiläum: Dass diese kostbare Arbeit weitergeht und weiter Segen bringt. Für das Leuchten im Gesicht eines alten Menschen!