Das Jahr der Politik im Kirchenkreis

Pace ist Italienisch und heißt Frieden. Die Fahne wurde 2003 gegen den Irak-Krieg geschwenkt. Das Friedens-Ziel ist definitiv ein politisches, müsste aber doch Platz haben auf jeder Kanzel, oder?

„Die Reformation hat Politik gemacht, keine Frage“ - da ist sich Superintendent Stefan Berk sicher. 2014 ist für die Evangelischen in Deutschland auf dem Weg zum Reformations-Jubiläum 2017 das Themenjahr „Reformation und Politik“. Als Leitender Theologe des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein führt der Erndtebrücker Pfarrer aus: „Ohne die Unterstützung der Fürsten wäre diese Bewegung Luthers vermutlich im Keim erstickt worden. Heute schützt der Rechtsstaat die freie Religionsausübung - und der Staat versteht sich als weltliche Angelegenheit. Aber das Nebeneinander von Religion und Politik bedeutet nicht, dass es da keine Beziehung geben würde.“

Das sieht man auf der anderen Seite genauso, wie die Ausführungen von Paul Breuer, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, zeigen, der auch in die Geschichte zurückblickt: „Martin Luther und die Reformation haben Deutschland entscheidend verändert - bis heute. Die Werte der Reformation haben zu einer Blüte von Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft geführt. Das reformatorische Gottes- und Menschenbild setzte und setzt Menschen in Bewegung. Der Mensch darf und soll alle ihm von Gott verliehenen Kräfte, einschließlich Verstand und Vernunft, nutzen, so eine Erkenntnis der Reformation. Das schaffte hervorragende Voraussetzungen für das Erblühen der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften und der Technik. Der Protestantismus fördert das Sich-Einbringen und -Einmischen - was unsere Gesellschaft bis heute braucht und Voraussetzung für eine lebendige Demokratie ist.“

Dr. Karl Schneider gehörte als Landrat des Hochsauerlandkreises (links) wie Schulreferentin Silke van Doorn (Mitte) zur Jury des Innovationspreises, die im Sommer im Beisein von Superintendent Stefan Berk (rechts) arbeitete.

Ganz ähnlich die Einschätzung seines Amtskollegen Dr. Karl Schneider, der als Landrat des Hochsauerlandkreises auch der Landrat von den Evangelischen in Eslohe, Schmallenberg und Winterberg ist, die zum Wittgensteiner Kirchenkreis gehören: „Im Alltag bedeutet Christ-Sein doch, dass das Christliche nicht von oben verordnet wird, sondern dass es von den Bürgerinnen und Bürgern kommt. Es ist die Freiheit für die Religion, nicht von der Religion, die sich in den zahlreichen Ideen, Aufbrüchen und Initiativen in den Gemeinden zeigt.“ Karl Schneider weiß, wovon er spricht. Er war im Sommer in Bad Berleburg, als der Kirchenkreis zukunftsweisende Ideen suchte: „Als Jurymitglied des Innovationspreises ‚Ein Schatz im Acker’ konnte ich viele gute Projekte kennen lernen. Da zeigt sich ganz hoffnungsvoll, dass die großen Herausforderungen, vor denen die Gemeinden und die Gesellschaft insgesamt stehen, angenommen werden - und das ist Reformation, also ‚Erneuerung’ im besten Sinne.“

Den ersten Platz im Wettbewerb belegte damals die Initiative „Eder- und Elsofftal mit Zukunft“ aus der Lukas-Kirchengemeinde. Ihr Pfarrer Dr. Ralf Kötter plädiert in Sachen „Reformation und Politik“ für ein selbstbewusstes Auftreten der Kirche: „Die Reformation hat die Politik einerseits aus dem dogmatischen Diktat der Kirche entlassen. Insbesondere mit der Einsicht in die Freiheit eines Christenmenschen unterstützt sie die Autonomie der Welt von der Bevormundung der Kirche. Aber zugleich nimmt die Reformation ihre Verantwortung für die Gestaltung des Gemeinwesens wahr und ernst, nun aber nicht mehr autoritär und doktrinär, sondern jetzt muss sich die Wahrheit der biblischen Botschaft an der Wirklichkeit erweisen. Gottes Menschwerdung in Christus ermöglicht es, auch die Bürgergemeinde im biblischen Geist verantwortlich zu gestalten. Christengemeinde und Bürgergemeinde sind keine Gegensätze, sondern sie bilden eine untrennbare Einheit.“

Und die will der Elsoffer Pfarrer nicht auseinanderdividiert haben: „Die Kirche entlässt die Gesellschaft aus ihrer Bevormundung, aber zugleich entlässt die Gesellschaft die Kirche nicht aus ihrer Verantwortung. Erst viel später hat sich unsere Kirche leider gern in einen frommen Winkel zurückgezogen, hat sich mehr um ihr eigenes Überleben gekümmert, als sich um das Überleben der Menschen zu kümmern. Das ist fatal und stellt das Überleben der Kirche auf Dauer erst in Frage. Wer sich 2017 des Reformationsjubiläums redlich besinnen will, der muss zunächst den Weg zurück in die Gesellschaft finden.“

Ein Schal  zum 29. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Frankfurt zitierte 2001 den Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes - und setzte so ein Zeichen gegen Gewalt.

Auch wenn es da noch viel zu tun gibt, wird auch schon viel getan - und nicht erst seit gestern. Vor wenigen Wochen feierte der Ökumenische Weltladen Bad Laasphe sein 30-jähriges Bestehen, dessen Anfänge bei Kindergottesdienst-Mitarbeitern der örtlichen Kirchengemeinde lagen. Die Feudingerin Brigitte Beine ist heute die Vorsitzende des Trägervereins, nach ihrem Dafürhalten ist die Sache einfach: „Für mich ist Christ-Sein: sich einzumischen, zu helfen Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und bei sich selbst anzufangen, auch Wege zu wählen, die die Mehrheit der Mitmenschen nicht geht. Martin Luther ist mir ein Beispiel für Veränderung und Hartnäckigkeit. Auch wir mit unserer Arbeit werden nicht den ganzen Welthandel reformieren. Aber den Menschen die über den Fairen Handel ihre Waren vermarkten können, leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe, indem wir mehr Geld für Produkte zahlen, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden.“

Alljährlich machen sich zahlreiche Frauengruppen auch im Wittgensteiner Kirchenkreis genau in diesem Bewusstsein der einen Erde auf den Weg, um am ersten Freitag im März ökumenischen Weltgebetstag zu feiern. Die Berleburgerin Manuela Schnell gehört zum deutschen Werkstatt-Team des Weltgebetstags und ist sich sicher, dass die Wochen der Vorbereitung und die Gottesdienste selbst bei uns politisch wirken: „Über den Weltgebetstag lernen wir jährlich ein Land in all seinen Facetten kennen. Wir hören vom politischen und gesellschaftlichen Leben und haben einen besonderen Blick auf das Leben von Frauen und Familie. Mit der Kollekte des Gottesdienstes werden Frauen-Projekte in vielen Ländern unterstützt, damit Frauen eigenständig und selbstbestimmt leben können. Der jeweilige Bibeltext hat oftmals eine erstaunlich Aktualität.“

Während bei Weltladen-Projekt und Weltgebetstag die Welt vornehmlich im Geiste zusammenrückt, gibt es auch ein ganz reales, praktisches Zusammenrücken vor Ort. Inka Rademacher aus der Evangelischen Kirchengemeinde Dorlar engagiert sich bereits seit Jahren in Eslohe in der Flüchtlingsarbeit: „Am Anfang steht die uns allen bekannte Erfahrung: Flüchtlinge leben am Rande der Gesellschaft. Aus Begegnungen mit Menschen aus nahezu 30 Nationen und den unterschiedlichsten Religionsgemeinschaften entwickelten sich vielfältige Hilfsangebote: Sprachförderung, Begleitung zu Anwälten und Gerichten, interkulturelle Treffen, persönliche Gespräche in Krisensituationen. Heute zeichnet sich eine strukturierte Arbeit ab, die von einer Gruppe engagierter Menschen verschiedener Konfessionen getragen wird. Neben der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen Kirche und Politik besteht, ist die brisantere Frage, wie die Kirche Politik praktizieren kann. Ein christlich humanitäres Glaubenssystem stellt hierfür das Fundament bereit. Vor diesem Hintergrund versuche ich - gerahmt von den erwähnten kirchlich humanitären Überzeugungen - Flüchtlinge zu unterstützen, um ihnen ein würdiges Leben und Partizipation zu ermöglichen.

Inzwischen nutzen fast alle 16 Gemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein Grünen Naturstrom - und setzen so ein klimapolitisches Zeichen.

Die genaue Aufgabe von Kirche dabei umreißt die Birkelbacher Pfarrerin Simone Conrad, die inzwischen zusätzlich an der Erndtebrücker Hauptschule Religion unterrichtet, klar: „Kirche hat für mich mit Politik zu tun, weil sie den Blick auf den Menschen weitet - oder auch den Menschen aus einem anderen Blickwinkel sieht - eben als einzigartiges und kostbares Geschöpf Gottes. Vielleicht ist es in der heutigen Zeit die Aufgabe von Kirche, in all den Sachzwängen der Realität, in allen Sparmaßnahmen und Globalisierungsbestrebungen hartnäckig den einzelnen Menschen ein Gesicht zu geben. Wenn wir über Schulen beraten und entscheiden, dann reden wir nicht über Gebäude - wir sprechen über konkrete Kinder und Jugendliche, ihre Familien, ihre Geschichten. Wenn wir über den Pflegenotstand klagen, dann ist das kein abstraktes Phänomen, sondern es sind überlastete Pflegekräfte und hilfsbedürftige Frauen und Männer, die Gesicht und Namen haben. Diese Menschen sind Gottes Ebenbilder und liegen ihm Herzen - so sollten sie auch uns am Herzen liegen. Hier muss Kirche streitbar sein und bleiben - um der Menschlichkeit Gottes willen."

Und die Aufgabe wird möglicherweise größer, wie Stephanie Eyter-Teuchert als Diakoniepfarrerin des Wittgensteiner Kirchenkreises feststellt: „In meinem Arbeitsfeld als Beraterin und Supervisorin erlebe ich, dass immer mehr Menschen psychische Probleme haben. Unsere Seele, unsere Psyche kann die zunehmende Beschleunigung und Arbeitsverdichtung bei unklar gehandhabten Strukturen nicht mehr ausbalancieren. Das ist nicht ein Fehler des Einzelnen, sondern der Fehler liegt im System. Wir können nicht immer schneller, besser, effektiver arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Es gibt kein grenzenloses Wirtschaftswachstum, unsere Grenzen sind längst erreicht. Wir leben aufkosten unserer Gesundheit und aufkosten anderer, ärmerer Menschen, die gar nicht mehr mithalten können. Das ist zutiefst unmenschlich, unchristlich sowieso. Deshalb sind wir an einem Punkt, wo wir umdenken müssen. Die Reformation gibt uns gute Beispiele und Vorbilder dafür. Sie bedeutet den Aufbruch aus überholten, die Menschen und die Gesellschaft gefährdenden Strukturen. Luther hat dazu die kleine Schrift verfasst: Über die Freiheit eines Christenmenschen. Darin gibt es zwei entscheidende Sätze: Ein Christ ist eine freier Mensch und niemandem untertan. Ein Christ ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan. Wir leben in dem Spannungsfeld dieser Aussagen: Dienstbar und Knecht sind wir nur, wenn wir uns dazu entscheiden, aus dem Einsatz für andere heraus - im freien Willen.“

Für die Europäische Union und gegen die Atomkraft - darf oder muss die Kirche da eine Meinung haben?

Ein Spannungsverhältnis, das man als Christmensch mit Leben füllen muss. Auch Pfarrer Johannes Weissinger erinnert an den Reformator, der 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll: „Luther hat den Mächtigen seiner Zeit ins Gewissen zu reden versucht. Sich im politischen Streit protestantisch zu Wort zu melden heißt heute auch, die Dinge zu sehen, wie sie sind, und dann Nein zu sagen: Nein dazu, dass Pflegekräfte in den hiesigen Kliniken entlassen werden, weil der Profit, die Dividenden wichtiger sind als eine angemessene Pflege; Nein dazu, dass in der deutschen Europapolitik eigene Wirtschaftsinteressen wichtiger sind als europäische Solidarität; Nein dazu, dass, was die Bezeichnung ‚Politik’ verdient, heute kaum noch stattfindet, weil der Markt, Privatisierung und Deregulierung die Oberhand gewonnen haben über die gemeinsame Verständigung darüber, wie wir leben wollen und künftige Generationen werden leben können.“ Bei allem Pessimismus, der durchscheint, gibt es auch in der jüngeren Geschichte Beispiele für die politische Kraft, die aus den Kirchen kam.

Der Feudinger Pfarrer Oliver Günther, der ab Februar als Superintendent in Brandenburg arbeiten wird, erinnert daran: „ ‚Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete’ - so der Kommentar eines Stasi-Generals im Fernsehfilm ‚Nikolaikirche’ zum Ende der DDR. Es war das Eingeständnis, dass Ideologien doch zu unterwandern und Machtapparate doch zu überrumpeln sind - mit Kerzen und Gebeten. Die Kerzen waren im Herbst 1989 ein Zeichen der Hoffnung, dass die Nacht dem Licht weichen muss, dass Trostlosigkeit und Angst nicht die Oberhand behalten. Die Gebete waren ein Zeichen des Protests gegen Mauern und Zäune, gegen Unterdrückung und Unfreiheit. Die Gebete waren ein Ausdruck des Vertrauens, dass Gott die Mächtigen vom Thron stürzt und die Niedrigen erhöht. Die vollen Kirchen zum Ende der DDR und die Montagsgebete waren Ausdruck des Glaubens, dass dieser Gott Kraft zur Veränderung schenken kann. Alle, die sich damals zum Gebet trafen, haben ein Wort Albert Schweitzers bestätigt: ‚Gebete ändern die Menschen, und Menschen ändern die Welt.’ Deshalb kann eine reformatorische Kirche nur als politische Kirche existieren, nämlich als eine die offen ist und öffentlich. Offen für die Menschen, auch für solche, die keinen Zugang zum Glauben haben oder diesen verloren haben. Und öffentlich deshalb, weil sich in ihr die Kraft der Geistesgegenwart Gottes entfaltet und nach außen dringt, geradezu nach außen dringen muss. Reformatorische Kirche kann niemals nur Privatsache sein, weil die Ehre Gottes noch nie ohne das Wohl der Menschen existiert hat.“

In der Evangelischen Kirche von Westfalen trägt das Themenjahr „Reformation und Politik“ das Schlagwort „streitbar“ als Überschrift.

Dr. Johannes Burkardt, der das Archiv des Wittgensteiner Kirchenkreises betreut, zitiert den katholischen Theologen Johann Baptist Metz, der sagte: „Die Verheißungen der biblischen Tradition - Freiheit, Friede, Gerechtigkeit, Versöhnung - lassen sich nicht privatisieren. Sie zwingen immer neu in die gesellschaftliche Verantwortung hinein.“ Dem Staatsarchivdirektor in Münster ist es wichtig, „dass sich Kirche in der Nachkriegszeit verschiedentlich fruchtbar in den politischen Dialog eingebracht hat“. Neben dem Ende der DDR erinnert er an die Diskussionen um Wiederbewaffnung und Nato-Doppelbeschluss, die bewusste Entscheidung für Militärseelsorge, das Engagement gegen die südafrikanische Apartheid-Politik und ans Gedenken zu 50 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs. Ganz anders sein Blick auf 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach: „Die Kirche geht überwiegend staatstreu in den Krieg. Nur wenige üben Kritik. In Wittgenstein ist man überwiegend auf der konservativen Seite. Pfarrer Behrmann (Fischelbach) begleitet die Soldaten zum Bahnhof und bezeichnet das als ‚meinen Kriegsdienst’.“ Hier plädiert der Historiker für ein ganzes Hinschauen auf geschichtliche Zusammenhänge, aber kommt dann zum klaren Ergebnis: „Wenn man die Entwicklung als Ganzes sieht, ist für mich die Frage beantwortet: Kirche hat eine politische Botschaft, christliches Denken hat automatisch Folgen für das politische Denken. Kirche darf sich aber nicht von politischen Ideologien vereinnahmen lassen.“

Bliebe dann noch, Eine zu fragen, die mutmaßlich überlegt hat, im Spannungsverhältnis „Reformation und Politik“ die Seiten zu wechseln. Silke van Doorn, Schulreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein, war laut Zeitungsbericht im Gespräch, Kandidatin für das Siegener Bürgermeisteramt zu werden. Für die Pfarrerin ein möglicher Schritt im Einklang mit der Bibel: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ‚Suchet der Stadt Bestes’ (Jeremia 29, 7) bedeutet, dass wir Christen auch politische Verantwortung übernehmen müssen. Das heißt nicht, dass ein fundamentalistischer Gottesstaat errichtet wird, wenn eine Theologin in ein weltliches Amt gewählt würde. Als Theologin Politik zu machen in der Welt und für die Menschen heißt, mit der Haltung der Demut und der Kraft der Hoffnung, dass das Menschenunmögliche tatsächlich doch möglich werden kann.“

Der Seitenwechsel ist möglich, aber nicht unbedingt nötig, weil Kirche Gott sei Dank ihre anerkannte Position in der bundesdeutschen Wirklichkeit hat. Noch einmal Superintendent Stefan Berk: „Es sind nicht nur die typischen Aufgabengebiete wie Sozialarbeit, Diakonie oder Altenhilfe, in denen kirchliche Organisationen im Auftrag des Staates unterwegs sind. Ethische Entscheidungen werden von staatlichen Stellen häufig erst getroffen, nachdem man mit den religiösen Institutionen diskutiert hat. Und umgekehrt nehmen die beiden großen christlichen Kirchen Stellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen - nicht als Politiker, sondern als Mahner, als Erinnerer. Reformation und Politik, Kirche und Staat - das bleibt ein spannungsreiches Miteinander. Die Erfahrungen aus den 500 Jahren Reformationsgeschichte sollten helfen, den richtigen Ton zu treffen.“

Auch wenn in der Evangelischen Kirche von Westfalen das Themenjahr „Reformation und Politik“ ausdrücklich das Schlagwort „streitbar“ als Überschrift trägt. Zwei Veranstaltungen kann sich jeder Interessierte schon mal in den Kalender eintragen: Am Dienstag, 14. Januar, geht es ab 19.30 Uhr im Laaspher Haus des Gastes in der Vortrags- und Gesprächsreihe von Kurseelsorger Johannes Weissinger unter dem Titel „Auf dem Weg in die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ um die Evangelische Kirche und den Ersten Weltkrieg. Und am Freitag, 7. März, werden an vielen Orten überall im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein Gottesdienste zum Weltgebetstag gefeiert. Die Reise führt in diesem Jahr nach Ägypten, das Thema lautet: „Wasserströme in der Wüste“.