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03.12.2017
Von: Jens Gesper

Vom Dornwald bis zur Weihnachtsbäckerei

Advents-Musik buchstabierte eindrucksvoll das Wort „Bandbreite“ in der Laaspher Stadtkirche


Unter der Leitung von Rüdiger Weyer gestaltete der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe, in dem Wittgensteiner und Hinterländer Bläser gut miteinander harmonieren, am Sonntagnachmittag in der Stadtkirche die traditionsreiche Musik zum Advent.

Während draußen vor der Tür der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt stattfand, herrschte am Sonntagnachmittag auch in der Laaspher Stadtkirche reichlich Betrieb. 200 Zuhörer hatten sich vom Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe zur traditionsreichen Musik im Advent einladen lassen. Während sich in der Evangelischen Kirche wegen des Reformations-Jubiläums in diesem Jahr generell viel um die Zahl „500“ drehte, war bei der Laaspher Adventsmusik auch die 250 wichtig. Denn 1767 - also vor 250 Jahren - ist Georg Philipp Telemann gestorben. Immer wieder spielte der Posaunenchor, in dem Bläser aus Wittgenstein und Hinterland gut miteinander harmonieren, deshalb diesmal Werke des deutschen Komponisten aus der Barockzeit.

Selbst Pfarrer Dieter Kuhli bettete seine Begrüßung in Telemanns „Intrade“ und „Sarabande“ ein, die der Posaunenchor zu Beginn des Konzerts spielte. Dabei kam der Gemeindepfarrer auf die genannten Jubiläen zu sprechen, außerdem noch auf einen anderen runden Jahrestag: Seit 20 Jahren steht der Laaspher Posaunenchor nämlich unter der Leitung von Rüdiger Weyer aus dem benachbarten Wallau, wofür Dieter Kuhli auch in diesem Rahmen nochmal herzlich dankte. Rüdiger Weyer dirigierte im weiteren Programm nicht nur den Posaunenchor, sondern im Folgenden leitete er die Zuhörerschaft auch fachkundig und kurzweilig durch das einstündige Konzert-Programm. Dabei erschallten aber nicht nur Blechbläser, an der Orgel saß Friedhelm Nicklaus, der übrigens - apropos runde Jahrestage - vor 50 Jahren seinen Organistendienst in der Laaspher Kirchengemeinde offiziell angetreten hat.

Auf dem Programm standen an diesem Nachmittag unter anderem auch noch „Wir sagen euch an den lieben Advent“, „Wie soll ich dich empfangen“, „Maria durch ein‘ Dornwald ging“, „Herbei, o ihr Gläub’gen“, „Lobt Gott, ihr Christen“ und „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“. Die Konzepte waren unterschiedlich: mal vom Blatt gespielt, mal improvisiert, mal lauschten die Zuhörer allein dem Posaunenchor, mal allein der Orgel, mal sang das Publikum mit der Orgel, mal mit dem Posaunenchor. Und ganz am Ende des Programms bei der letzten Strophe von „Tochter Zion“, dem traditionellen Abschluss der Laaspher Adventsmusik, erklangen dann alle zusammen: Posaunenchor, Orgel und Konzertgemeinde bei einem eindrucksvollen Finale einer ebensolchen Veranstaltung. Wobei: Ganz vorbei war es damit nicht, es gab noch eine Zugabe: „In der Weihnachtsbäckerei“. Gefühlt ein ganz junges Lied - in Wirklichkeit wird aber auch das Stück von Rolf Zuckowski in 2017 schon 30 Jahre alt.