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03.12.2017
Von: Jens Gesper

„Wo das WIR groß geschrieben wird“

Nach dem Festgottesdienst in der Kirche gab's reichlich zu essen im Klöneck


Andreas und Elke Roth, Ulrike Berk und Heidrun Deutenbach (von links) stellten im Erndtebrücker Gottesdienst zur Feier von 15 Jahren Klöneck die Geschichte und die Gedanken dahinter dar.

Applaus für die Ehrenamtlichen im Gottesdienst, die das Erndtebrücker Klöneck zum Leben erwecken.

Bürgermeister Henning Gronau (rechts) überreichte am Sonntagmorgen Pfarrer Stefan Berk eine Erndtebrücker Ortsansicht, die seit Sonntagnachmittag im Klöneck hängt.

Zur Feier von 15 Jahren Klöneck gab es dort jetzt sogar eine Suppe zum Mittagessen.

„Wer Gastfreundschaft im Herzen hat, der rechnet damit, dass jemand vorbeikommt. Und der glaubt daran, dass uns Gott begegnet, mitten im Leben. Gott in dem Fremden, der plötzlich vor mir steht. Gott in den bekannten Menschen, die jede Woche ins Klöneck kommen. Gott auch in denen, die mir zur Last fallen. Gastfreundschaft ist nichts, was man sich leisten kann, wenn es einem wirtschaftlich gut geht. Gastfreundschaft kann man auch nicht betriebswirtschaftlich kalkulieren. Gastfreundschaft - da blitzt für einen ganz kurzen Moment etwas auf von Gottes Ewigkeit.“ In seiner Predigt am ersten Advent in der Evangelischen Kirche Erndtebrück dachte Pfarrer Stefan Berk über die Gastfreundschaft nach, auch weil in diesem Rahmen 15 Jahre Klöneck gefeiert wurden. Zum Gottesdienst waren 60 Besucher in die Kirche gekommen, für die passende musikalische Begleitung im Advent sorgten Esther Graf an der Orgel und der Flötenkreis der Kirchengemeinde.

Das Klöneck als ein ungezwungenes Begegnungszentrum, als eine gemeinsame Einrichtung von Erndtebrücker Kirchengemeinde, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt stellten während des Gottesdiensts Ulrike Berk, Heidrun Deutenbach, Andreas und Elke Roth im Gespräch vor: die Idee am Anfang und die gesellschaftliche Aufgabe dahinter. All das leuchtete ein und deshalb gab es im Gottesdienst auch einen herzlichen Applaus für das Dutzend Mitarbeitende, vornehmlich Frauen, das sich heute im Klöneck in den Dienst der Allgemeinheit stellt. Dass Bürgermeister Henning Gronau dieses Engagement zu schätzen weiß, machte er mit einer gemalten Erndtebrücker Ortsansicht deutlich, die er Stefan Berk beim Gottesdienst als Geschenk überreichte und die künftig im Klöneck hängen wird.

Wo genau, darüber konnten sich die Verantwortlichen nach dem Gottesdienst gleich vor Ort im Klöneck an der Siegener Straße 23 Gedanken machen. Ist das Café mit seinen ehrenamtlich Mitarbeitenden üblicherweise nur sonntagnachmittags geöffnet, gab es diesmal zur Feier des Tages sogar Mittagessen. Auch wenn der Besuch für die Suppe zunächst etwas schleppend anlief, obwohl diese wirklich lecker war, so wurde er danach doch besser. Der Nachmittag ist eben am Sonntag die gewohnte Tageszeit fürs Klöneck, obwohl es diesmal gar nicht die gewohnten Waffeln gab. Aber die Auswahl an ehrenamtlich gebackenen Kuchen war so beeindruckend, dass die Gäste diese wohl so schnell nicht vergessen werden. Das Miteinander auf ehrenamtlicher Basis war von Anfang an ein Grundgedanke beim Klöneck, denn da war sich auch Stefan Berk in seiner Predigt sicher: „Wenn es einen guten Grund für ‚15 Jahre Klöneck‘ gibt, dann hängt das mit dieser Gastfreundschaft zu tun. Wir brauchen diese Orte, wo wir auf einander warten. Wir brauchen den Raum und die Zeit, wo das WIR groß geschrieben wird.“