Osterkrippe im Familiengottesdienst >
< Mit dem Friedenslicht aus der Osternacht
01.04.2018
Von: Jens Gesper

Zurück ins Siegerland

Dr. Tim Elkar ist einziger Bewerber für Pfarrstelle in Neunkirchener Gemeinde


Präses Annette Kurschus ließ sich 2014 nach dem Erntedankgottesdienst in Elsoff von Katechumenen und dem damaligen Vikar Tim Elkar aus der Evangelischen Kirchengemeinde Raumland die Aktion „5000 Brote“ erklären, an der sich auch die Wittgensteiner beteiligten.

Tim Elkars Praxis-Projekt fürs Vikariat war ein Lebendiger Adventskalender, der die acht Dörfer der Raumländer Kirchengemeinde greifbar verband. Auch dabei konnte er sich stets auf seinen Mentor Dr. Dirk Spornhauer (rechts) verlassen.

Das Jahr seiner Ordination wird Dr. Tim Elkar nun nie mehr vergessen - das Presbyterium der Raumländer Kirchengemeinde schenkte ihm ein Trikot mit der Rückennummer 16 seines Lieblings-Vereins.

Obwohl Dr. Tim Elkar ein Reformierter ist, gehörte er als Mitglied des Wittgensteiner Theologischen Ausschusses zum Organisations-Team des Kirchenkreis-Luthergartens im Reformations-Jubiläums-Jahr und nahm dort viele Aufgaben wahr.

Am 1. April 2018 absolviert Dr. Tim Elkar seit zwei Jahren seinen Probedienst als Pfarrer, das bedeutet üblicherweise in der Evangelischen Kirche von Westfalen, dass die Landeskirche dem fertig ausgebildeten und im Alltag erprobten Pfarrer die Anstellungsfähigkeit bescheinigt und dieser damit für Kirchengemeinden wählbar wird. Auf den Tag genau am Sonntag, 1. April, wird beim Ostergottesdienst in der Erlöserkirche in Neunkirchen-Salchendorf abgekündigt, dass Tim Elkar zu einer Probepredigt und einem Vortrag in die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Neunkirchen kommt. Damit beginnt das offizielle Wahlverfahren. Der 35-Jährige predigt am Sonntag, 8. April, im Gottesdienst ab 10.15 Uhr in der Salchendorfer Erlöserkirche. Am Mittwoch, 11. April, schließt sich sein Vortrag „Evangelisch sein - was heißt das?“ ab 19 Uhr in der Christuskirche Zeppenfeld an. Tim Elkar ist der einzige Kandidat, der Wahlgottesdienst ist für Mittwoch, 25. April, ab 19 Uhr in der Erlöserkirche anberaumt.

Seit rund einem Jahr ist in der Neunkirchener Kirchengemeinde mit ehemals drei Pfarrstellen Martin Schreiber der einzige Pfarrstelleninhaber, seit Mai 2017 ist die zweite verbliebene Pfarrstelle der Gemeinde vakant. Die Kirchengemeinde hat 5500 Gemeindeglieder in fünf Dörfern und ist fast deckungsgleich mit der Kommunalgemeinde Neunkirchen. Es fehlt lediglich Struthütten. In Zeiten, da es in der gesamten Evangelischen Kirche von Westfalen aufgrund absehbarer Personal-Engpässe schwieriger wird, Stellen zu besetzen, was die eher ländlichen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein nochmal stärker betrifft, machten die Neunkirchener das einzig Richtige - und schauten sich in der Umgebung nach Kandidaten um. Tim Elkar kannten Einige schon ein bisschen. Schließlich ist der in der direkten Nachbarschaft der Neunkirchener Kirchengemeinde in Wilgersdorf aufgewachsen - und natürlich hatte man in den CVJM-Mannschaften früher schon gegeneinander Fußball gespielt. So kamen die Siegerländer mal zum Gottesdienst nach Erndtebrück und hörten sich den potentiellen Kandidaten an, ohne dass der etwas davon wusste.

Seit November 2016 arbeitet Tim Elkar als Pfarrer in der Erndtebrücker Kirchengemeinde, entlastet dort Gemeindepfarrer Stefan Berk, der als nebenamtlicher Superintendent der Leitende Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises ist. Ab Oktober 2013 war der Siegerländer im Wittgensteiner Kirchenkreis, absolvierte hier sein Vikariat. Viele kommen nicht auf die Idee, für diese letzte Phase der Ausbildung nach Wittgenstein zu kommen, für ihn war der kleinste westfälische Kirchenkreis mit seinen überschaubaren Strukturen und seiner familiären Atmosphäre jedoch die erste Wahl. Und darüber freut er sich bis heute. Weil er mit großer Dankbarkeit an seinen Mentor Dr. Dirk Spornhauer zurückdenkt, bei dem er viel gelernt habe: Sein Vikariat in der Raumländer Kirchengemeinde bei Dirk Spornhauer sei „sehr segensreich“ gewesen. Wenn man mit den Wittgensteinern anfangs vielleicht ein bisschen Zeit brauche, dann aber in ihren Herzen sei, könne man sich immer auf sie verlassen.

Und so nahmen am Lebendigen-Adventskalender-Praxis-Projekt des Vikars Tim Elkar tatsächlich alle acht Dörfer der Raumländer Kirchengemeinde teil. Auf Kirchenkreis-Ebene arbeitete er im Theologischen Ausschuss mit und übernahm insbesondere beim großen Wittgensteiner Reformations-Jubiläums-Projekt „Luthergarten“ viele Aufgaben. Was natürlich nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass er kein Lutheraner, sondern ein echter Reformierter ist, woran auch seine Doktorarbeit „Leben und Lehre. Dogmatische Perspektiven auf lutherische Orthodoxie und Pietismus.“ auf dem Fachgebiet „Systematische Theologie“ nichts änderte.

Es ist Tim Elkar ganz wichtig, dass seine Entscheidung jetzt nichts mit Wittgenstein zu tun hat. Er ist dankbar für die Zeit hier und freut sich jetzt auf den nächsten Schritt als gewählter Gemeindepfarrer. Seine Verabschiedung aus dem Wittgensteiner Kirchenkreis ist für den Erndtebrücker Zentral-Gottesdienst am Pfingstsonntag, 20. Mai, geplant.