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08.04.2018
Von: Jens Gesper

Brückenbauer an der Arbeit

Zukunft der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal mit Gottvertrauen gestalten


Mit Spaß gestalteten die Mädchen und Jungen mit den Ergebnissen ihrer österlichen Kinderferienwoche der Lukas-Kirchengemeinde den Gottesdienst in der Elsoffer Kirche mit.

Auch die Gottesdienst-Besucher in der Elsoffer Kirche freuten sich über den Einsatz der Mädchen und Jungen, die die österliche Kinderferienwoche der Lukas-Kirchengemeinde in Schwarzenau besucht hatten.

Konfirmanden und Bevollmächtigte der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal bauten nach dem Gottesdienst zum Gemeindefest ihre Brücke, über die hinterher nicht nur Kinder und Jugendliche voller Gottvertrauen balancierten.

„Sieben Dörfer sind wir“, das sagte Pfarrer Joachim Cierpka in seiner Predigt beim feierlichen Gottesdienst zum Gemeindefest der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal und zum offiziellen Auftakt der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam 2020 - Sieben auf einen Streich“. Dieses „Wir“ zeigte schon mal, dass der Berliner mit seinem Gefühl offenbar schon dreieinhalb Wochen vorm eigentlichen Arbeitsbeginn in den sieben Dörfern Alertshausen, Beddelhausen, Christianseck, Diedenshausen, Elsoff, Schwarzenau und Wunderthausen angekommen ist. Das Sieben-auf-einen-Streich-Motiv ist dem Märchen vom tapferen Schneiderlein entliehen. Nach einer viertägigen fröhlichen, phantasievollen Vorbereitung bei der Kinderferienwoche der Kirchengemeinde brachten die Mädchen und Jungen aus den Dörfern der Lukas-Kirchengemeinde die Gebrüder-Grimm-Geschichte darstellerisch, musikalisch, tänzerisch auf die Bühne. Oder vielmehr natürlich in den Chorraum der Kirche.

Und als Pfarrer schlug Joachim Cierpka aus der Märchenwelt dann in seiner Predigt die Brücke in die Bibel: zu David, der auf seinem Weg zum israelischen Königs-Titel im ersten Buch Samuel gegen den riesigen Krieger Goliath siegt, zu der Offenbarung mit ihrer Zusage, dass die Getreuen am Ende die Krone des Lebens bekommen, und zu dem im ersten Brief an die Korinther beschriebenen unvergänglichen Siegeskranz, den der Gläubige am Ende bekommt.

Das sollte an diesem Morgen nicht der einzige Brückenschlag sein. Der nächste war vor der Kirchentür und ganz praktisch. Bei strahlendem Sonnenschein blieben viele der gut 140 Gottesdienst-Besucher, um Konfirmanden und Bevollmächtigten der Gemeinde beim Bau einer Leonardo-Brücke zuzuschauen. Zwei Dinge müssen hier erläutert werden: zum einen Bevollmächtigte, zum anderen Leonardo-Brücke. Seit der Vereinigung der Kirchengemeinden Lukas im Eder- und Elsofftal und Wunderthausen/Diedenshausen zur Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal hat diese kein Presbyterium, sondern ein Bevollmächtigtengremium als Leitung. Bevollmächtigte sind diejenigen, die gerade in der ersten Reihe der Kirchengemeinde an der Verbindung der sieben Dörfer arbeiten. Die Leonardo-Brücke geht auf das Universalgenie Leonardo da Vinci zurück. Die Konstruktion aus starren Teilen - in Lukas aus Holz - kommt ohne Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile aus, allein durch das geschickte Ineinander-Verschränken der Bauteile wird der Brückenschlag möglich.

So bauten die Jugendlichen und die Verantwortlichen unter den interessierten Augen der Gemeinde die Brücke. Applaus gab es nicht für den erfolgreichen Abschluss, sondern auch für die erste Mutige, die voller Vertrauen über die Brücke ging. Ihr sollten viele folgen, vor allem junge Leute, aber nicht nur. Während rund um das benachbarte Gemeindehaus fröhlich das Gemeindefest gefeiert wurde, blieb die Brücke eine belastbare Freiluft-Attraktion.

Damit wurde der Tag als Abschluss einer ganze Woche zum Erfolg. Ein Erfolg, der auf zahlreichen Schultern ruhte. Ein Dank musste an viele Menschen gehen: an die Diplom-Tanzpädagogin Annette Wassermann für ihren professionellen Ansatz und an den TuS Schwarzenau für die Turnhalle in der Kinderferienwoche, an den Schwarzenauer Karl-Günther Zacharias, der Orgel und E-Piano spielte, an den Elsoffer Helmut Zacharias, den Diedenshäuser Jürgen Buchholz, die Bromskirchener Firma Ante-Holz und das Elsoffer Sägewerk Grauel für die Leonardo-Brücken-Einzelteile, an den Heimatverein Alertshausen für das Waffelbacken beim Gemeindefest, an die vielen Ehrenamtlichen der Lukas-Kirchengemeinde, die mit offenen Augen Arbeit sahen und ruckzuck anpackten, an das fleißige Bevollmächtigtengremium, das neben seinen ohnehin bestehenden, zahlreichen Alltags-Aufgaben, sich nebenher auch noch eine 10.000-Euro-Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen für die Veranstaltungsreihe „Gemeinsam 2020 - Sieben auf einen Streich“ erarbeitete, und an Pfarrer Joachim Cierpka, der im Stress seiner letzten hektischen Arbeitstage in Berlin sich trotzdem gern auf die Reise nach Wittgenstein machte.

Ab 1. Mai, dem eigentlichen Arbeitsbeginn von Joachim Cierpka in Lukas, werden all diese Menschen dann gemeinsam unterwegs sein. Also ab dem weltlichen Tag der Arbeit. Und das ist vielleicht sinnbildlich, denn es gibt viel zu tun für eine 2400-Gemeindeglieder-Kirchengemeinde auf 80 Quadratkilometern im ländlichen Raum und in den Zeiten des demographischen Wandels. Aber wenn man gemeinsam gern und fröhlich anpackt, dann kann man die Zukunft der sieben Dörfer der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal mit vereinten Kräften und Gottvertrauen gut gestalten.

Hier gibt es ganz viel Fotos,
hier gibt es das Faltblatt zur Kinderferienwoche,
hier gibt es das Faltblatt zu „Gemeinsam 2020 - Sieben auf einen Streich“.