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< Frauen und Reformation in der Kulturkirche
04.03.2018
Von: Jens Gesper

Die weibliche Seite der Reformation

Bei der Andacht zur Eröffnung in der Reister Kulturkirche kam auch Teresa von Ávila vor


Christiane Mörchen (links stehend) und Ursel Groß eröffneten die Ausstellung „Die Geschichte der weiblichen Reformation“ in der Reister Kulturkirche mit einer Andacht. An den Wochenenden bis einschließlich Sonntag, 18. März, sind Besucher willkommen.

Rund 50 Menschen trafen sich am späten Sonntagnachmittag in der Reister Kulturkirche zur Eröffnung der Ausstellung „Die Geschichte der weiblichen Reformation“ im ehemaligen evangelischen Gotteshaus. Schautafeln mit historischen Fakten und Werke zeitgenössischer Künstlerinnen zum Thema ergänzen sich hier in einer spannenden Mischung, die das Bonner Frauenmuseum im vergangenen Jahr zum Reformations-Jubiläum gezeigt hat. Der Wittgensteiner Kirchenkreis, zu dem die Evangelischen Kirchengemeinden Dorlar und Gleidorf gehören, hat die Sammlung jetzt zum 200-jährigen Bestehen des Kirchenkreises nach Wittgenstein und ins Hochsauerland geholt. Nach vier Wochen in der Erndtebrücker Kirche wechselte sie für 15 Tage nach Reiste, wo die Visbeckerin Marianne Schneider als neue Kunstkirchen-Besitzerin die Ausstellung gern zeigen wollte.

Eröffnet wurde die Ausstellung mit einer Andacht, in der die Gleidorfer Pfarrerin Ursel Groß und die Lektorin Christiane Mörchen aus der Dorlarer Kirchengemeinde zunächst einmal auf wichtige weibliche Gestalten in der Bibel hinwiesen: „Frauen, die Geschichte bewegt haben - Gottes Geschichte mit den Menschen“, so die Zusammenfassung von Ursel Groß. Außerdem stellten die Beiden wichtige Frauen der Kirchengeschichte vor, die konnten in der Reformations-Ausstellung im Hochsauerland übrigens auch mal katholisch sein. Wie Teresa von Ávila, von der Christiane Mörchen dieses Gebet zitierte: „Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein und Dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen; auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung und im stürmischen Horizont. Mache mich zu einer Heiligen, indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche. Nimm an meine rauen Hände, weil sie für Dich rau geworden sind. Kannst Du meinen Spüllappen als einen Geigenbogen gelten lassen, der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer Pfanne? Sie ist so schwer zu reinigen und ach, so abscheulich!“ Aber natürlich kam die Sprache auch auf Katharina Zell, die Namensgeberin des Evangelischen Gemeindehauses in Schmallenberg. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht zur Ausstellungseröffnung von Reinhard Wulbeck an der Orgel, die noch immer auf der Empore der ehemaligen Kirche steht.

Über den Hintergrund der Ausstellung sprach dann in einer kurzen Einführung Peter Liedtke. Der Flüchtlingspfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein arbeitete früher als Schmallenberger Gemeindepfarrer und gehört heute zum kreiskirchlichen Theologischen Ausschuss, der die Ausstellung für den Kirchenkreis organisiert hat. Gemeinsam mit dem Laaspher Dieter Kuhli, dem Vorsitzenden des Theologischen Ausschusses, und dem Dorlarer Gemeindepfarrer Jürgen Rademacher freute er sich über die vielen Besucher an diesem späten Nachmittag. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 18. März, in Reiste, Am Reinspring 2, verlässlich samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Außerdem sind nach vorheriger Vereinbarung mit Dr. Dieter Meierling unter Tel. (02973) 3209 auch noch Besuche an anderen Wochentagen im angegebenen Zeitraum möglich.

Hier gibt es das Faltblatt,
hier gibt es das Plakat,
hier gibt es den Andachts-Ablauf und
hier gibt es mehr Fotos von der Ausstellung aus Erndtebrück und Reiste.