Tages-Impulse in den Zeiten der Corona-Pandemie

Als die Entwicklungen der Corona-Pandemie im Kirchenkreis Wittgenstein dazu führten, dass am 15. März 2020 hier fast alle Gottesdienste abgesagt werden mussten, da wurde spürbar, mit welcher Dynamik das Virus unser Leben verändert. Umso wichtiger ist ein theologischer Impuls, den die Pfarrerinen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis seit dem 18. März von montags bis samstags nun täglich liefern. Hier veröffentlicht - und auch von den heimischen Medien. Auf der Kirchenkreis-Homepage ergänzen sie die sonntäglichen Angedachts.

Bei einem täglichen Angebot bieten sich natürlich die Herrnhuter Losung als Ausgangspunkt an. Diese bestehen laut Wikipedia aus einer Sammlung von kurzen Bibeltexten des Alten und des Neuen Testamentes. Sie gelten als überkonfessionell, da sie für alle Christen, gleich welcher Konfession, verfasst werden. Entstanden ist das Konzept vor knapp 300 Jahren dank Nikolaus Ludwig von Zinzendorf aus der Herrnhuter Brüdergemeine. Durch Auslosen wird für jeden Tag des Jahres ein alttestamentlicher Vers festgelegt, dazu wird aus dem Neuen Testament durch einen Mitarbeiter der Brüdergemeine ein so genannter Lehrtext gewählt, der üblicherweise in direktem oder thematischem Bezug zu dem gelosten alttestamentlichen Vers steht.

18. März 2020

Es wartet alles auf dich, HERR, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
Psalm 104, 27 und 28
Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.
1. Petrus 2, 3

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Veranstaltungsverbot - Gottesdienstverbot. Hört sich doch total schrecklich an. Wie aus dunkelster Vergangenheit oder schon absolut endzeitlich. Also finden heute auch keine Passionsandachten statt. Kein organisiertes Besinnen auf den Leidensweg Jesu Christi. Besinnen wir uns also so - jede*r für sich. Mit den Worten aus der Tageslosung für diesen Tag: Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.

Gott, wie sollst du gut schmecken, wenn die Bitterkeit grad alles überdeckt? Mach uns satt mit deiner Würze und dem Zucker, der dem Herzen so gut tut. So wollen wir dich schmecken. Amen!

E-Mail an Kerstin Grünert


19. März 2020

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.
2. Könige 13, 23
Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.
Römer 11, 29

Pfarrer Dieter Kuhli, Bad Laasphe: Wir alle leben von Gottes unwandelbarer Barmherzigkeit und Treue - in guten und in schweren Zeiten. Das hat das Gottesvolk Israel in seiner wechselvollen Geschichte immer wieder erfahren. In Jesus Christus gilt Gottes unwiderrufliches „Ja“ der ganzen Welt. Darauf dürfen wir vertrauen, auch hier und heute - allen Corona-Bedrohungen zum Trotz.

„Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre!“ (Johann Jakob Schütz, Ev. Gesangbuch 326, 5).

E-Mail an Dieter Kuhli


20. März 2020

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.
Psalm 27, 5
Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2. Korinther 12, 10

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Geborgenheit. Schutz. Nähe. Aufgehoben bei einem, der es gut mit mir meint. Gott - ein Zufluchtsort in Zeiten, in denen ich mich bedrängt fühle, ein Ort, wo ich Kraft schöpfen kann, wenn ich Angst habe. Er umhüllt mich, birgt mich bei sich. Liebevoll. Ich mag vielleicht isoliert sein von vielen und vielem - aber nicht allein. Nie.

Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln. Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden. Wenn wir gefallen sind, dann lass uns nicht liegenbleiben. Nein, dann lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren! (Karl Barth)

E-Mail an Simone Conrad


21. März 2020

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.
3. Mose 26, 6
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
Philipper 4, 7

Pfarrerin Silke van Doorn, Bad Laasphe: Friede wird. So war es für die Kinder Israels nach dem Auszug aus dem Sklavenhaus und nach der unruhigen Zeit der Wanderung durch Kargheit. Und dann diese feste Zusage: Kein böses Tier, dass die Menschen zittern lässt. Nie wieder Krieg. Welch eine Zusage des Friedens, der allen menschlichen Verstand übersteigt.
Wir wissen um die Kriegsflüchtlinge, die noch in der Wüste stecken. Geschreckt von Ängsten und Sorgen. Frieden über sie.
Was schreckt uns hier? Die Angst vor der Seuche, die alles verändert. Sei getröstet: Unsere Herzen und Sinne sind bewahrt in Christus. Friede wird.

Frieden ist in meinen Räumen,
dem Kamin nahe gerückt,
die Kienäpfel im Feuer duftend träumen,
Frieden ist in meinen Räumen,
dem Draußen weit entrückt.

E-Mail an Silke van Doorn


22. März 2020 - Angedacht

Pfarrer Joachim Cierpka, Bad Laasphe: „In der Ruhe liegt die Kraft“ pflegte mein Ausbilder mir zu sagen, wenn ich mal wieder etwas zu hektisch voran wollte. Viele von uns fühlen sich derzeit zu häuslicher Ruhe verurteilt. Jedenfalls merken wir, wie schwer wir uns an verlangsamtes Leben gewöhnen, wie schwer es uns fällt, auf noch unbestimmte Zeit Teilbereiche unseres Lebens in den Ruhemodus zu versetzen.

Die hebräische Bibel kennt das Ruhegebot des Sabbats, das älteste Sozialgebot der Menschheit. Zeit zur Muße, zur Reflexion, zum Gespräch mit Gott, für mich selbst und die, die mir nahe sind.

Natürlich, man kann in diesen Tage sorgenvoll auf das schauen, was derzeit alles nicht möglich ist. Oder aber das annehmen, was plötzlich möglich ist. Die geschenkte Zeit lässt sich sinnvoll füllen. Gerade in so ungewöhnlichen, teils hysterischen Zeiten wie der unseren bietet das erzwungene ‚Jetzt nicht‘ auch Chancen.

Trotz der Sorgen, wie sich die nächsten Tage und Wochen entwickeln, sollten wir uns auch Zeit nehmen, zu uns selber zu finden: Was ist mir wirklich wichtig? Was brauche ich, was ist vielleicht nicht nur dieser Tage verzichtbar? Was ist tragende Säule meins Lebens, und was - obgleich mir sonst selbstverständlich - ist eigentlich eher überflüssige Belastung.

Im Großen gilt das auch für unser gesellschaftliches Miteinander. Vielleicht gelingt uns in diesen Tage der Krise und danach eine neue Ausrichtung, die allen Gewinn bringt. Vielleicht lernen wir eine neue Sprache des Miteinanders. Welche demokratischen Werte dürfen wir im Normalfall genießen. Welche Freiheiten sind unverzichtbar, welche scheinbar unverzichtbaren Freiheiten aber belasten Umwelt und Mitmenschen mehr als nötig und können anders gestaltet werden?

Ich möchte Sie einladen, in dieser Zeit auch die Chancen zu sehen, die für die Gestaltung unseres Lebens durch die erzwungene Zeit des Innehaltens möglich werden. Und ich bin gewiss, dass uns daraus auch Kräfte erwachsen können, die uns nach überwundener Krise mit Freude neues Miteinander im Großen wie im Kleinen gestalten lassen werden.

E-Mail an Joachim Cierpka


23. März 2020

HERR, du bist's allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.
Nehemia 9, 6
Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 14, 17

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Ein Blick zurück: Gott hat viel Wunderbares getan, diese Welt und uns in Leben gerufen. Er bewahrte uns, indem er Regen und Fruchtbarkeit schenkte und wir genug zu essen hatten. Und er erfüllte unser Herz mit Freude. Dabei war auch die Vergangenheit erfüllt mit Herausforderungen und Krisen. Aber es gab Menschen, die sich vertrauensvoll auf Gottes Weg einließen. Für sie zählte im Rückblick nicht das Leid, sondern die Bewahrung.
Ein Blick nach vorn: Viele von uns sind verunsichert und haben Angst. Aber im Vertrauen auf Gott können wir unsere Furcht überwinden und in allem Schweren auch die Momente des Schönen und der Mitmenschlichkeit entdecken.

E-Mail an Peter Liedtke


24. März 2020

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.
Psalm 145, 17
Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.
Kolosser 1, 9

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Gerecht und gnädig - arg strapaziert sind in diesen Tagen diese beiden Begriffe. Krankenhauspersonal, Verkaufspersonal in den Supermärkten und Polizei arbeiten am Limit. Lehrer und Lehrerinnen unterrichten online. Politiker und Politikerinnen kümmern sich rund um die Uhr. Wir leben von der Gerechtigkeit und Gnade Gottes. Und deshalb helfen wir dabei mit, dass das Ansteckungsrisiko für Risikogruppen so gering wie möglich ist. Da zeigt sich, was uns Gerechtigkeit und Gnade bedeuten.

Hören wir nicht auf, für diese Welt zu beten - um Gerechtigkeit und Gnade!

E-Mail an Henning Debus


25. März 2020

Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
Jesaja 29, 16
Alle miteinander bekleidet euch mit Demut.
1. Petrus 5, 5

Pfarrer Stefan Berk, Erndtebrück: Uralte Worte kommen erschreckend nah: Wie wenig kann ich mein Leben kontrollieren! Ein Virus, mit bloßem Auge nicht zu erkennen, stellt alles auf den Kopf. Doch die Luft wird besser, das Wasser sauberer. Einfache Dinge zählen. Ich frage mich: Haben wir doch alles umgekehrt? Und verstehen das Leben nicht mehr?
Demut fordert die Bibel von uns. Das ist der Mut, nachhaltig zu leben, sich als Teil des Ganzen zu begreifen. Mensch zu sein, mit allen Chancen und Grenzen. Mehr nicht.
Gott, Leben bleibt in Deiner Hand. Vergiss uns nicht - trotz allem. Lass uns Demut lernen, damit alle leben können. Amen.

E-Mail an Stefan Berk


26. März 2020

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.
Psalm 38, 19
Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.
2. Korinther 7, 10

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: „Traurigkeit“ erinnert mich an Tränen, die in diesen Tagen fließen: Tränen der Wut, wo das Kontaktverbot ignoriert wird. Tränen des Schmerzes, weil das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen nur eingeschränkt möglich ist. Tränen der Enttäuschung, weil geplante Feste vorerst ausfallen müssen. Tränen der Rührung beim Balkonsingen/-applaus und Glockenläuten. In der Bibel steht, dass Gott alle Tränen von unseren Augen abwischen wird.

Das tröstet mich und lässt mich bitten: „Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden. Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.“ (Eugen Eckert, Ev. Gesangbuch 171, 2)

E-Mail an Steffen Post


27. März 2020

Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.
Jeremia 17, 9-10
Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.
1. Johannes 3, 19-20

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Gott kennt unser Herz - er kennt unsere Ängste, Sorgen, Fragen. Er kennt unser Herz - er kennt auch die Abgründe, die Gemeinheiten, die Schuld. Er sieht in unser Herz wie kein anderer - und er sieht uns liebevoll an, barm-herzig. Also: mit einem Herz voller Erbarmen und Verzeihen. Gott liebt mich - obwohl er mich kennt, ganz und gar - oder vielleicht genau deswegen?

Guter Gott, du kennst und liebst uns, jede und jeden einzelnen. Du siehst in unser Herz. Erkenne, was wir jetzt brauchen in diesen Tagen: Mut und Kraft und Geduld - und schenke uns reichlich davon. Amen.

E-Mail an Simone Conrad


28. März 2020

Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Psalm 147, 11
Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.
Markus 3, 35

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wann gefallen wir Gott? Wenn wir stark sind, wenn wir Erfolg haben? Wir Menschen meinen oft, dass Gott doch auf der Seite der Sieger stehen müsste, denn was soll er mit den Kleinen, den Schwachen? Unsere Losung ist da völlig anderer Meinung: Es geht nicht darum, was wir aus eigener Kraft erreichen, in die Wege leiten, sondern darum, uns auf ihn zu verlassen, unsere Kraft aus seiner zu schöpfen, darauf zu vertrauen, dass er gnädig und gütig ist.

Nur durch ihn können wir etwas bewirken, nur im Vertrauen darauf, dass er uns nicht im Stich lässt, sondern uns begleiten wird bei allem, was wir vorhaben.

E-Mail an Thomas Janetzki


29. März 2020 - Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: „Wer einen Garten pflegt sieht deutlich, wie die verschiedenen Jahreszeiten wirken. In der Natur verläuft jedes Jahr nach dem gleichen, fast unveränderlichen Rhythmus. Grundsätzlich: Es gibt den Neuanfang im Frühling, den hellen Sommer, den stürmischen Herbst, den frischen Winter. Es gibt das Wachsen, das Reifen, das Ernten und das Ruhen. Wie im Jahreslauf gibt es auch im menschlichen Leben einen Rhythmus, in dem Höhepunkte und scheinbare Tiefpunkte sich abwechseln.

Jeder Mensch braucht einen Ausgleich im Leben: Arbeit und sinnvolle Aufgaben, aber auch Freizeit und Erholung. Essen und Trinken, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber auch Musik, Blumen und Bilder. Wir brauchen den Frühling unseres Lebens, die glücklichen und bunten Zeiten, in denen wir neue Anfänge wagen können. Wir brauchen den Sommer, das volle Leben draußen in der weiten Welt, die Begegnungen, die Festlichkeiten. Auch der Herbst gehört zu unserem Leben, die Zeit der Ernte, der Dankbarkeit für alles, was uns gegeben wird. Wir brauchen ebenso den Winter, die Zeit des Abschieds und der Einsamkeit. In all seinen Lebensabschnitten braucht der Mensch den Kontakt zu anderen.

Nun erleben wir dieses Jahr eine ungewöhnliche Veränderung. Während draußen nach und nach der Frühling sich von seinen besten und bunten Seiten zeigt, wird uns empfohlen, drinnen zu bleiben: „Alle sozialen Kontakte werden in der nächsten Zeit ruhen müssen“, heißt es in der Politik. Das Normale ist gerade, dass vieles nicht normal ist. Es ist für mich nun so, als wäre mitten im Frühling wieder der Winter ausgebrochen, die Zeit des langen Wartens.

In unserer Region sind wir ja gewohnt, dass es auch mitten im Frühling plötzlich wieder kalt werden kann. Aber wir wissen dann: Auch das wird vorbei gehen. Und für unsere jetzige Situation gilt: Es wird wieder Begegnungen geben.

Was uns noch entgegenkommen wird, steht in Gottes Händen - und das ist gut so. Sicher ist: In allen Jahreszeiten des Lebens ist er bei und mit uns, als treuer Wegweiser und Begleiter. Er kennt unsere Freuden, aber auch unsere Sorgen, Ratlosigkeit und Ärgernisse. Er möchte uns täglich die Kreativität und den Mut schenken, das Beste aus unserer jetzigen Situation zu machen - egal, ob von einem unsichtbaren Virus verursacht oder von einem verzweifelten Herzen empfunden.

Bei der Coronavirus-Krise - samt Quarantäne - geht es nicht nur um Angst und um Verlust, sondern um Fragen, die über die Gegenwart hinausgehen: Wird mir deutlicher, was mir im Leben wirklich wichtig ist? Worauf kann ich und will ich in Zukunft verzichten? Was fehlt mir? Was habe ich in dieser Zeit gewonnen, zum Beispiel an Erkenntnissen über mich selbst und über andere Menschen?

Es mag wie ein Klischee klingen - und ist vielleicht auch eins - aber ich halte fest daran: Alles hat seine Zeit. Der Frühling lässt sich nicht aufhalten.

E-Mail an Jaime Jung


30. März 2020

Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8, 4
Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6, 37

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Wir sind eingeladen und werden nicht hinausgestoßen - und das in Zeiten der Kontaktsperre. Vielen von uns fällt es schwer, die Kontakte mit anderen zurückzufahren und auf Abstand zu gehen. Eine Kontaktsperre für Jesus gibt es nicht. Im Gegenteil, wir werden aufgerufen, gerade jetzt zu ihm zu kommen. Vielleicht können auch wir die Zeit nutzen, in der das öffentliche Leben immer weiter eingeschränkt wird, um ein wenig inne zu halten, zu beten und Gott mehr Raum in unserem Leben zu geben. Dazu lädt Jesus uns herzlich ein! Amen.

Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin. Du hast gesagt, dass jeder kommen darf. (Feiert Jesus 2, Nr. 151)

E-Mail an Daniel Seyfried


31. März

Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Sacharja 6, 15
Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Epheser 2, 22

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Gottesdienste und biblische Impulse in den Internetauftritten unserer Gemeinden, im Radio oder im Fernsehen werden dankbar angenommen, mir will scheinen mehr als in normalen Zeiten. Auch die sonst eher Distanzierten spüren die Kraft, die von Zusagen und Bildern der Schrift ausgehen, weil wir im Moment alle Suchende sind. Vielleicht baut sich hier etwas auf, eine neue Haltung.

Möge es eine Haltung sein mit Wänden aus Dankbarkeit, Mitmenschlichkeit, Solidarität und Wahrhaftigkeit, um dann bedacht zu sein vom Segen Gottes, der durch Jesus Christus zugedacht ist allen Menschen.

E-Mail an Peter Liedtke


1. April 2020

Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.
Jesaja 65, 19
Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16, 22

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Visionen zu haben, ist für funktionierende Gesellschaft eine Grundvoraussetzung. Doch die Vision, dass wir Menschen die Herren über die Erde und das Leben seien, ist zerbrochen. Die Corona-Pandemie hat uns ratlos und weitgehend hilflos gemacht und uns unsere menschlichen Grenzen aufgezeigt. Ganz anders verhält es sich mit der Vision, die der lebendige Gott selbst entwickelt und entfaltet.

Auch in diesen schwierigen Zeiten, wenn so viele Menschen weltweit an dem Corona-Virus erkrankt sind oder Angst vor einer Ansteckung haben, schenke Du uns, Allmächtiger, gütiger Gott, die Zuversicht und das Vertrauen an deine große Vision des neuen Himmels und der neuer Erde, die Du für alle Menschen und Deine ganze Schöpfung vorbereitet hast. Amen.

hier gibt es die komplette Andacht

E-Mail an Sandra Gintere


2. April 2020

Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.
Psalm 71, 17
Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.
Lukas 2, 28-30

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Bei uns im Sauerland stehen auf den Höhen viele Kreuze. Einige von ihnen sind jetzt jeden Abend beleuchtet. Sie sind ein Zeichen in dieser Zeit der Krise, denn sie erzählen von Ostern. Der Heiland, der Retter hat mit seiner Auferstehung alle Dunkelheit überwunden und neues Leben geschenkt.

Erzählen wir einander von diesem Wunder Gottes in Briefen, beim Telefonieren, über WhatsApp, mit den Möglichkeiten, die wir in dieser Zeit haben, und stärken uns und andere damit in der Hoffnung auf Leben, so wie es Menschen durch die Jahrtausende immer getan haben.

E-Mail an Ursel Groß