An-Gedacht zum Wochenende

Die Westfalenpost hat seit Ostern 2009 die Serie „Angedacht“ in ihrem Wittgensteiner Lokalteil aufgenommen, bei der jeden Samstag Pfarrerinnen und Pfarrer zu Wort kommen. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion drucken wir die Gedanken dann ab Sonntag hier ab. Verantwortlich für den Inhalt sind immer die Verfasser.

Bei den Texten handelt es sich übrigens nicht um Predigten, sondern ganz einfach um kurze verschriftlichte Gedanken mit einem theologischen Anliegen. Sie können und wollen auch nicht die Gemeinschaft, die Musik und die Predigt eines richtigen Gottesdienstes ersetzen. Aber sie dürfen gern von allen Leserinnen und Lesern als Einladung verstanden werden, am nächsten Sonntag einen Gottesdienst in einer der Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein zu besuchen.

Wir freuen uns auch über Reaktionen auf das Angedacht. Klicken Sie auf das Foto des jeweiligen Andacht-Schreibers, dann können Sie dem Autor Ihre Gedanken in einer E-Mail mitteilen.

Pfrn. Simone Conrad

17. März 2019

Befiehl dem Herrn deine Wege...

von Diakoniepfarrerin Simone Conrad, Birkelbach

Am vergangenen Sonntag war Diakoniegottesdienst in Oberndorf. Mitarbeitende aus Diakonie und Gemeinde haben gemeinsam einen Gottesdienst gestaltet zum Thema „Aufbruch“: Das Aufbrechen der Natur im Frühling, aber auch Brüche und Auf-brüche in unserem persönlichen Leben. Dabei haben mich die sehr persönlichen Berichte von Mitarbeiterinnen aus der Diakonie sehr berührt - und einen Text, verfasst von einer Mitarbeiterin im Pflegedienst, möchte ich heute gerne weitergeben.

„Im vergangenen Jahr war ich zweimal gesundheitlich angeschlagen: eine Bluterkrankung und ein gebrochenes Bein haben mich jeweils für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. Zwangsläufig musste ich mich zur Ruhe begeben, hatte viel Zeit für mich, zum Nachdenken und zur Zwiesprache mit meinem Gott. Das war nicht einfach für mich: hatte ich doch einerseits mit meinen körperlichen Einschränkungen zu tun - andererseits mit mir selbst, mit meiner Sorge um meine Familie und in meinem Beruf als Pflegekraft bei der Diakonie.

Mit meiner körperlichen Gesundung kehrte schließlich auch meine seelische Kraft wieder zurück. Hilfreich war mir dabei der Bibelvers Psalm 37, 5: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen.“ Ich habe mich Gott anvertraut in dem Bewusstsein, dass er meinen Weg schon weiß und dass es der richtige Weg sein wird - er wird es wohlmachen - welch unglaubliche Sicherheit gibt dieser Zuspruch. Voller Vertrauen bin ich neu aufgebrochen, habe mich auf meinen Weg gemacht, lange Zeit, ohne zu wissen, wohin er mich führt – aber mein Gott wusste es für mich und hat es wohl gemacht.

Inzwischen bin ich aus einer mehrwöchigen Reha im Februar zurückgekehrt, ein Aufbruch, ein neuer Weg in meinem Leben mit vielen Perspektiven, Erlebnissen und guten Gesprächen. Dankbar bin ich für diesen Aufbruch und warte mit Spannung, auf welche Wege Gott mich noch führt - er wird es wohl machen.“

Er wird es wohlmachen – welch unglaubliche Sicherheit gibt dieser Zuspruch. Ja, habe ich gedacht, genau so ist es: Sicherheit gibt dieser Zuspruch, Halt und Kraft und Hoffnung. Möge diese Gewissheit uns alle in den Brüchen und Aufbrüchen unseres Lebens begleiten.