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14.11.2019
Von: Jens Gesper

Ernst Lebrecht Judt verstorben

Ehemaliger Oberndorfer Pfarrer predigte 2017 mit 94 Jahren zum letzten Mal in Volkholz


Beim Jubiläums-Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Volkholzer Kirche im Juli 2017 hielt Ernst Lebrecht Judt (Mitte) die Predigt. Presbyterin Karin Pinnen und der heutige Pfarrer Oliver Lehnsdorf überreichten dem 94-Jährigen damals ein Bild der Volkholzer Kirche.

37 Jahre lang war er der Gemeindepfarrer des Oberndorfer Bezirks in der Evangelischen Kirchengemeinde Feudingen, von Januar 1950 bis April 1987 arbeitete Ernst Lebrecht Judt im Oberen Lahntal. Am 14. November ist er jetzt im Alter von 96 Jahren verstorben. Zum letzten Mal hatte er vor zweieinviertel Jahren in der Feudinger Kirchengemeinde eine Predigt gehalten, im Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Volkholzer Kirche. Damals ließ sich der 94-Jährige, der mittlerweile in Wahlbach wohnte, weder durch Siegtal Pur noch durch einen Kupplungsschaden an seinem Auto davon abhalten, pünktlich zum Gottesdienst in Volkholz zu sein.

1923 wurde Ernst Lebrecht Judt in Wiederstein, heute ein Ortsteil von Neunkirchen, geboren. Nach der Entlassung aus der Volksschule folgten von 1937 bis 1942 Schlosserlehrer und erste Berufstätigkeit. Dann wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Er kämpfte in Frankreich und Russland, geriet in Kriegsgefangenschaft und kam im Juli 1945 zurück ins Siegerland. Von Oktober 1945 bis Juli 1948 studierte Ernst Lebrecht Judt am Johanneum in Wuppertal-Barmen, nach der Einsegnung war er im Dienst des Volksmissionarischen Amtes der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dem folgte ab 1950 die Arbeit im Oberen Lahntal. In jene Zeit fiel der Bau von Kirchen in Oberndorf und Volkholz. Und gepredigt hat er damals nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Niederländisch, für die zahlreichen Urlaubsgäste, die mit gelben Nummernschildern ins Obere Lahntal kamen. Zudem war er über Jahre hinweg der Dreh- und Angelpunkt einer lebendigen Verbindung der Wittgensteiner Christen mit Glaubensgeschwistern in Südkorea. Außerdem war er engagiert für die Arbeit der „Inneren Mission“, dem Vorläufer des heutigen Diakonischen Werkes, deren langähriger Voristzender er war. Von 1975 bis 1987 hat er zudem im Kreissynodalvorstand des Wittgensteiner Kirchenkreises mitgearbeitet. 

„Ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes“, dieses Bibel-Wort steht über der Todesanzeige für Ernst Lebrecht Judt in der Zeitung. Die Beisetzung findet am Freitag, 22. November, ab 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Burbach-Wahlbach statt.