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05.07.2018

„Stifte machen Mädchen stark“

Am JAG beschäftigten sich Fünftklässler damit, in der Stadtkirche hörten Burgfeld-Schüler davon


Pfarrerin Claudia Latzel-Binder freute sich darüber, dass die 5a vom Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium sich mit ihrem Klassenlehrer Tobias Abke ganz viele Gedanken um die Hilfsaktion „Stifte machen Mädchen stark“ gemacht hat, bei der aus ausgedienten Stiften eine Geldspende für den Schulunterricht von syrischen Flüchtlingskindern im Libanon wird.

Als die Mädchen und Jungen der 2a der Burgfeldschule jetzt mit Klassenlehrerin Ulrike Müller und Pfarrerin Claudia Latzel-Binder die Evangelische Stadtkirche Bad Berleburg erkundeten, da erzählte ihnen Claudia Latzel-Binder auch etwas über die Aktion „Stifte machen Mädchen stark“.

In den vergangenen Wochen brachte die Fußball-Weltmeisterschaft wieder viele Mannschaften, viele Menschen aus aller Herren Länder zusammen und stellte Staaten ins Rampenlicht, über die man in Deutschland sonst nicht jeden Tag etwas hört: von „A“ wie Argentinien bis „U“ wie Uruguay. Die 5a des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) blickte mit Klassenlehrer Tobias Abke in dieser Zeit ebenfalls über den Wittgensteiner Tellerrand hinaus, im Politik- genau wie im Deutsch-Unterricht. Die Erkenntnis dabei: Es gibt auf der Erde ganz viele Kinder, denen es nicht so gut geht wie in Deutschland, Kinder, die nicht in die Schule gehen können - und das schlecht finden.

In Verbindung damit hörten die Fünftklässler etwas von dem Projekt „Stifte machen Mädchen stark“. Im Umfeld des Weltgebetstags 2018 war dieses Programm auf den Weg gebracht worden, mit dem rund 200 syrische Mädchen in einem libanesischen Flüchtlingslager unterstützt werden. Konkret geht es darum, dass alte Stifte gesammelt werden, deren Materialien wiederverwendet werden und das Geld, das man dafür bekommt, in den Schulunterricht eben dieser syrischer Flüchtlingskinder investiert wird. Die Rechnung, die die Organisatorinnen dieser Solidaritäts-Aktion aufmachen, ist einfach: „Durch das Recycling von Stiften unterstützt der Weltgebetstag ein Team aus LehrerInnen und PsychologInnen, das 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglicht. Für 450 Stifte können wir zum Beispiel ein Mädchen mit Schulmaterial ausstatten und so eine Tür für eine bessere Zukunft öffnen.“ Hier gibt es mehr Informationen.

Als Berleburgs Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, die das Projekt vor Monaten bei einem Treffen des Kirchenkreises Leuten aus Wittgenstein und Hochsauerland vorgestellt hatte, jetzt die 5a besuchte, da wussten die Mädchen und Jungen schon prima Bescheid. Sie hatten sogar selbst Plakate entworfen und gestaltet, um Werbung für die Aktion zu machen, in der eigenen Schule und anderswo. Gemeinsam überlegten die Klasse, der Lehrer und die Pfarrerin, wie man an möglichst viele ausgediente Stifte kommen könnte: Vielleicht noch den Opa fragen, der Ortsvorsteher ist, möglicherweise könnte die Grundschule vom Bruder auch sammeln? Es war schön zu sehen, wie viele Gedanken sich die Wittgensteiner Kinder für andere Kinder machten, und ihnen am Ende vor allem eine Frage auf der Seele lag: Was passiert eigentlich, wenn das Projekt Ende 2018 aufhört?

In vielen Wittgensteiner Kirchen und Gemeindebüros sowie im Berleburger Gymnasium wird gesammelt. Man kann aber außerdem viele Pfarrerinnen und Pfarrer oder alle Schülerinnen und Schüler der 5a am JAG fragen, denn die wissen genau, wie man aus nutzlos zuhause herumliegenden Stiften Wissen in einem Flüchtlingslager machen kann und wo man die Stifte am besten abgibt.

Am gleichen Morgen erkundeten Schülerinnen und Schüler der 2a der Berleburger Burgfeldschule mit ihrer Klassenlehrerin Ulrike Müller und mit Claudia Latzel-Binder im Religionsunterricht die Evangelische Stadtkirche, auch da sagte die Berleburger Gemeindepfarrerin nochmal etwas zu dem Projekt „Stifte machen Mädchen stark“. Im Lehrerzimmer der Burgfeldschule steht nämlich ebenfalls eine Sammelbox für ausgediente Stifte.