Neuer Kicker fürs Katharina-Zell-Haus >
< Martina Massaro arbeitet in der ZUE
20.07.2018
Von: Jens Gesper

Mit T-Shirts und Taufschale nach Afrika

Wittgensteiner Delegation startet heute für zwei Wochen nach Ngerengere


Der Teen-Kreis der Berleburger Kirchengemeinde widmete sich einen Nachmittag lang der Gestaltung von T-Shirts. Die Wittgensteiner Delegation nimmt 23 von diesen als Geschenk für Jugendliche mit nach Ngerengere. Ebenso viele noch blütenweiße T-Shirts haben die deutschen Gäste ebenfalls im Gepäck, diese werden in Tansania für Wittgensteiner Jugendliche gestaltet.

Carmen Schmidt, die mit ihrer Familie seit drei Jahren im alten Pfarrhaus wohnt, muss das Schild fürs Girkhäuser Dorf-Jubiläum und Tochter Elisabeth hierlassen, aber die von Hartmut Riedesel hier vor Ort gefertigte Taufschale nimmt die Wittgensteiner Delegation als Geschenk mit nach Ngerengere.

Beim Probe-Koffer-Laden für die Flughafen-Fahrt wirkten Dirk Hillerkus, Oliver Lehnsdorf, Christine Liedtke und Carmen Schmidt am Ende zuversichtlicher als noch in diesem Foto.

Christine Liedtke, Dirk Hillerkus, Martin Ahlhaus, Oliver Lehnsdorf, Stefen Berk und Carmen Schmidt (von links) stellten sich gemeinsam fürs offizielle Wittgensteiner Delegations-Foto auf, alle außer dem Superintendenten besuchen jetzt zwei Wochen lang den tansanischen Partnerkirchenkreis Ngerengere.

Mit einem Segen schickte Superintendent Stefan Berk die Wittgensteiner Delegation bestehend aus Martin Ahlhaus, Carmen Schmidt, Christine Liedtke, Oliver Lehnsdorf und Dirk Hillerkus auf den Weg nach Ngerengere.

Seit 1990 wird die Ortsbezeichnung „Ngerengere“ den Menschen im Wittgensteiner Kirchenkreis immer geläufiger, seitdem besteht mit dem gleichnamigen Kirchenkreis in der Diözese Morogoro der Evangelical Lutheran Church in Tansania eine Partnerschaft. Carmen Schmidt ist ein bisschen älter, aber mit ihren 42 Jahren diesmal die Jüngste in der fünfköpfigen Delegation des Wittgensteiner Kirchenkreises, die am heute Abend zu einer zweiwöchigen Reise nach Afrika aufbricht. Die aus Berghausen stammende Girkhäuserin hatte erstmals Mitte der 1990er Jahre Menschen aus Ngerengere kennengelernt, damals als Jugendliche beim großen internationalen Sonlight-Festival der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis und im CVJM Wittgenstein auf dem Berleburger Stöppel. Jetzt macht sie sich gemeinsam mit den Wittgensteiner Pfarrern Christine Liedtke aus Girkhausen und Oliver Lehnsdorf aus Oberndorf sowie Martin Ahlhaus und Dirk Hillerkus auf den Weg in das ostafrikanische Land.

Martin Ahlhaus aus Kierspe ist seit knapp sieben Jahren als Regionalpfarrer vom landeskirchlichen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung für vier südwestfälische Kirchenkreise, darunter auch Wittgenstein, zuständig. Bei der MÖWe, so die Abkürzung für das Amt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Dortmund, arbeitet auch Dirk Hillerkus. Der Diplom-Agraringenieur mit einem Master in Business Administration, also dem Abschluss in einem Management-Studium, ist Projektreferent für ökumenische Partnerschaften, ihm obliegt die Entwicklung von Projektideen kreiskirchlicher Partnerschaften in der Westfälischen Landeskirche sowie deren Organisation, Begleitung und Koordinierung. Ausdrücklich schreibt Superintendent Stefan Berk in seiner kurzen Grußbotschaft in einem englischsprachigen Vorstellungs- und Begleitheft zur Delegationsreise, es sei die Hoffnung in Wittgenstein und Hochsauerland für den sehr armen tansanischen Partner-Kirchenkreis, dass der Agrar-Fachmann Dirk Hillerkus helfen könne, neue Projekte zu finden, die viele Menschen in den Dörfern rund um Ngerengere unterstützen könnten.

In diesem Heft steht auch, was Carmen Schmidt, eigentlich Mitarbeiterin beim Gesundheitsamt sowie einem heimischen ambulanten Pflegedienst, für diese land- und forstwirtschaftliche Delegationsreise in die Waagschale zu werfen hat. Sie ist verheiratet mit dem Girkhäuser Presbyter, Förster und Bauern Steffen Schmidt und hat deshalb auch zu tun mit Kühen, Schafen, Hühnern, zwei Pferden, einer Ziege, einem Hund und einer Katze. Ihr Mann sei aus einer Presbyteriums-Sitzung nach Hause gekommen und habe davon erzählt, dass der Kirchenkreis noch eine Teilnehmerin für die Delegationsreise nach Tansania suche. Der Wittgensteiner MÖWe-Unterausschuss „Partnerschaft Ngerengere“ kann seit Jahrzehnten auf viele treue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen setzen, aber für diese kommt die anstrengende Reise nach Afrika nicht mehr in Frage. So fuhren vor vier Jahren ausschließlich Pfarrerinnen und Pfarrer aus Wittgenstein nach Ngerengere. Das ist diesmal anders.

Carmen Schmidt, die sich früher bereits in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert hat, gehört jetzt zum Partnerschaftsausschuss, der seit Jahren händeringend neue Mitarbeitende und Unterstützung sucht. Auch nach 28 Jahren kennen noch immer nicht alle Wittgensteiner und Hochsauerländer den Ort „Ngerengere“, es ist wichtig dass auch junge Leute im Kirchenkreis etwas von diesen fernen Geschwistern in Afrika hören. Ludwig, einer von Carmen Schmidts beiden Söhnen, hat gerade als Besucher vom Teen-Kreis der Berleburger Kirchengemeinde mit ganz vielen Altersgenossen 23 schneeweiße T-Shirts für Jugendliche in Ngerengere gestaltet. Die Girkhäuserin war an diesem Nachmittag auch selbst beim Berleburger Christus-Haus, freute sich über den Einsatz der Wittgensteiner Jugendlichen und entwarf mit Tochter Elisabeth ebenfalls ein T-Shirt.

Carmen Schmidt und ihre Mitreisenden nehmen insgesamt 46 T-Shirts mit nach Ngerengere. Die 23 bereits bemalten bleiben dort vor Ort, aber ebenso viele noch unberührte T-Shirts sollen die Jugendlichen in Tansania gestalten und die kommen dann Anfang August wieder nach Deutschland. Gemeinsam mit vielen Erfahrungen, Erlebnissen, Geschichten und hoffentlich einem neuen Hilfsprojekt, von dem die Delegations-Reisenden dann gern im Wittgensteiner Kirchenkreis erzählen.

Hier gibt es das Begleitheft zur Delegationsreise,
hier gibt es mehr Fotos.