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20.07.2018
Von: Jens Gesper

Martina Massaro arbeitet in der ZUE

Diplom-Juristin bildet Team mit Pfarrer Peter Liedtke in der Verfahrensberatung vom Kirchenkreis


Diplom-Juristin Martina Massaro und Pfarrer Peter Liedtke sind jetzt jeweils mit einer halben Stelle das Team des Wittgensteiner Kirchenkreises bei der Verfahrensberatung in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung am Berleburger Spielacker.

In Bad Berleburg wird aus der EAE in diesem Monat eine ZUE - die komplizierten Buchstaben-Kombinationen bedeuten ganz einfach, dass die ehemalige Rothaarklinik am Spielacker jetzt keine Erstaufnahme-Einrichtung mehr ist, sondern wieder eine Zentrale Unterbringungs-Einrichtung. Wie im Herbst 2014, als der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein die Flüchtlingsarbeit als wichtiges Thema erkannte und mit einer Stelle in der Verfahrensberatung ausstattete.

Zunächst wurde damals bei der Wittgensteiner Herbstsynode die ausgebildete Krankenschwester und studierte Sozialpädagogin Barbara Lenz-Irlenkäuser für die eine Hälfte der Stelle vorgestellt, dann rund ein halbes Jahr später Pfarrer Peter Liedtke für die zweite Hälfte. Sehr gut arbeiteten sie in all ihrer Verschiedenheit zusammen für die Menschen, bis Barbara Lenz-Irlenkäuser aus persönlichen Gründen aus diesem Dienst für die Flüchtlinge ausstieg.

Knapp anderthalb Jahre war Peter Liedtke dann beim Kirchenkreis hauptamtlich allein in dieser Arbeit unterwegs, umso mehr freute er sich jetzt, dass nach 16 Monaten ihm wieder jemand an die Seite gestellt wurde. Seit 1. Juni ist Martina Massaro mit einer halben Stelle beim Kirchenkreis in der Flüchtlingsarbeit beschäftigt.

Ihm sei es, so der Pfarrer, zum einen wichtig gewesen, dass die Stelle wieder mit einer Frau besetzt worden sei, es gebe Beratungs-Situationen, die seien für ihn als Mann nicht machbar: etwa wenn es bei einem weiblichen Flüchtling um ein Thema wie Genital-Verstümmelung gehe.

Zum anderen empfinde er es als sehr hilfreich, dass Martina Massaro Diplom-Juristin sei. Übrigens erst die zweite in der Verfahrensberatung auf dem Gebiet der Diakonie für Rheinland, Westfalen und Lippe, das er überblicke. Als ausgebildete Juristin nehme sie in Regelungen Fußangeln viel leichter wahr, kenne sie sich natürlich im Verfahrensrecht perfekt aus, könne sie ganz anders auf Bescheide schauen, diese hinterfragen. Außerdem dürfe sie einen Flüchtling zwar nicht vor Gericht vertreten, könne ihn aber sehr wohl bei der Abfassung einer Klage oder eines Eilantrags unterstützend begleiten. Verbunden mit dem veränderten Status der Einrichtung sind nun Aufenthaltszeiten bis zu einem halben Jahr in der ZUE möglich, da die Asylverfahren der Menschen - im Gegensatz zu früher - jetzt bereits laufen.

Mit ihrer personellen Veränderung hat die Verfahrensberatung, für die sich der Kirchenkreis vor knapp vier Jahren bewusst entschieden hat, in Wittgenstein eine neue Facette hinzugewonnen - mit einer Siegerländerin. Martina Massaro wohnt mit ihrem Ehemann in Neunkirchen, die Mutter von drei Kindern wird verlässlich dienstags und donnerstags in Bad Berleburg sein und ansonsten von zuhause arbeiten. Auch wenn in den vergangenen Wochen aufgrund von Reparaturarbeiten keine Flüchtlinge in der Einrichtung waren, hat Martina Massaro bereits vorher Peter Liedtke bei Gesprächen mit Flüchtlingen begleitet, aber auch selbst Gespräche geführt. Sie war im Juni am Weltflüchtlingstag bei einer Fachtagung „Asyl ist Menschenrecht“ und vergangene Woche zur Verfahrensberater-Tagung bei der Bezirksregierung, so dass sie für die kommenden Aufgaben gewappnet ist. Seite an Seite mit Peter Liedtke.

Die halben Stellen der Beiden werden fast komplett vom Land Nordrhein-Westfalen refinanziert: Martina Massaros Aufgabengebiet ist ausschließlich die Berleburger ZUE, Pfarrer Peter Liedtke ist mit seiner kirchlich bezahlten zweiten halben Stelle in der Projektarbeit des Kirchenkreises weiterhin auch außerhalb der Einrichtung Ansprechpartner in Flüchtlingsfragen in den Kommunen des Kirchenkreises: also in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Erndtebrück, Eslohe, Schmallenberg und Winterberg.

Hier gibt es die Kontaktdaten.