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10.09.2018
Von: Jens Gesper

Bibelmarathon im Kirchenkreis

Buch der Bücher wird Anfang Oktober im Wechsel zwischen verschiedenen Kirchen einmal komplett vorgelesen


Für einen Marathon muss man länger trainieren, deshalb passt die Kleidung auf dem Foto nicht ins augenblicklich sehr warme Wittgenstein. Aber Ideen-Geberin Kerstin Grünert und ihr Laaspher Amtskollege Dieter Kuhli vom Theologischen Ausschuss im Kirchenkreis sind sicher, dass man keinen Schal braucht, selbst wenn man sich von ihrer Begeisterung für den Bibelmarathon anstecken lässt.

Als letztes Puzzleteil in die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein fügt sich im Oktober ein Bibelmarathon in das Gesamtbild der Jubiläums-Festlichkeit ein. Dabei soll die Bibel einmal komplett gelesen werden. Nicht in einer Kirchengemeinde allein, sondern gemeinsam in möglichst vielen der 15 Kirchengemeinden quer durch den Kirchenkreis und nacheinander weg. Die örtlichen Kirchengemeinden wissen darüber Bescheid, einige haben sich schon in einer Internet-Anmeldeliste ihre Lesezeiten gesichert. Die gibt es jeweils in Vier-Stunden-Paketen. Los geht es am Mittwoch, 3. Oktober, um 19 Uhr, der Abschluss ist für Sonntag, 7. Oktober, 19 Uhr geplant.

Superintendent Stefan Berk erläuterte zu der Aktion, die am Feiertag zur Deutschen Einheit beginnt und am Erntedankfest endet, in einem Brief an seine Kolleginnen und Kollegen: „Wir wollen die ganze Bibel lesen. Von 1. Mose bis zur Offenbarung. Das bedeutet grob geschätzt 100 Stunden, 6000 Minuten, 360.000 Sekunden. Ein echter Marathon eben. Die Bibel ist in 184 Einzelabschnitte unterteilt, das bedeutet jeweils ein Leseabschnitt von etwa 30 Minuten. Gelesen wird täglich von 0 bis 24 Uhr - also rund um die Uhr. Wir möchten den Marathon als Staffel durch den ganzen Kirchenkreis laufen lassen. Von Fischelbach bis Eslohe, von Erndtebrück bis Beddelhausen. In jeder Kirchengemeinde soll nach Möglichkeit gelesen werden. Mitmachen kann jeder, der bereit ist, eine halbe Stunde aus der Bibel vorzulesen.“ Selbstverständlich könne man sich die 30 Minuten auch teilen.

Wer lesen möchte, wendet sich an seine örtliche Kirchengemeinde. Wenn spürbares Interesse besteht, dann werden vielleicht auch noch die Kirchengemeinden zur Teilnahme ermutigt, die bisher keine Zeiten gebucht haben. Auch wenn die verbliebenen Zeiten oftmals Nachtstunden sind. Aber die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert, die im vergangenen Jahr zum Reformations-Jubiläum beim Bibelmarathon in ihrer Kindheits-Kirchengemeinde Hilchenbach tatsächlich nachts gelesen hatte, kann alle Befürchtungen zerstreuen. Es seien immer Menschen da gewesen, und das Bibel-Lesen zu dieser ungewohnten Zeit habe sie nochmal ganz besonders berührt.

Sie hatte ihre Erfahrung an den Theologischen Ausschuss im Kirchenkreis weitergegeben, der die Idee für einen Wittgensteiner Bibelmarathon gern aufnahm. Wer generelle Fragen hat, wendet sich an Kerstin Grünert per E-Mail an kerstin.gruenert(at)kirche-erntdebrueck.de oder unter Tel. (02753) 599362, ansonsten sind die Presbyterien, die Pfarrerinnen oder Pfarrer in den Kirchengemeinden Ansprechpartner für Interessierte. Anmeldungen sind bis Montag, 10. September, möglich.