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02.09.2018
Von: Jens Gesper

Vom Licht zum Wasser

Spiritueller Sommer 2018 ging im Abenteuerdorf Wittgenstein zu Ende


Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener (rechts) gewährte den Gästen beim Abschluss des Spirituellen Sommers 2018 jetzt in Wemlighausen einen Einblick in die Möglichkeiten der frisch umgebauten Einrichtung des Wittgensteiner Kirchenkreises.

Im ersten Jahr 2012 noch ein paar wenige Spirituelle Tage, seitdem ein ganzer dreimonatiger Spiritueller Sommer. Am Sonntag ging die gleichnamige großartige südwestfälische Veranstaltungsreihe zu Ende, zum ersten Mal in Wittgenstein. Genauer gesagt im Abenteuerdorf, einer Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein. Und das ist kein Wunder, denn seit der ersten Stunde hat der Kirchenkreis im dazugehörigen Regionale-Projekt „Wege zum Leben. In Südwestfalen.“ mitgearbeitet. Das hatte von Anfang an in Schmallenberg seinen Ankerpunkt - auf der evangelischen Landkarte liegt die Hochsauerländer Stadt in Wittgenstein. Zuständig ist hier für die Evangelischen die Kirchengemeinde Gleidorf - die ist Teil des Wittgensteiner Kirchenkreises. Deren Gemeindepfarrerin Elisabeth Grube gehört seit den Gründungstagen zu der Lenkungsgruppe des Netzwerks „Wege zum Leben. In Südwestfalen.“, auch jetzt nach ihrer Pensionierung. Im Wittgensteiner Kirchenkreis hat die Frau aus Heiminghausen zudem die Beauftragung für Tourismus.

Zum offiziellen Abschluss des Spirituellen Sommers waren jetzt 25 Besucher im Abenteuerdorf. Vornehmlich aus Sauer- und Siegerland, einige wenige auch aus Wittgenstein. Aber es waren offensichtlich vor allem die Nachbarn, die sich das frisch umgebaute und neu konzipierte Blockhäuser-Ensemble mit Zeltplatz, Teich, Lamas, Erlebnispädagogik und ziemlich vielen Bäumen auf 38.000 Quadratmetern Fläche anschauen wollten. Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener ging in einer informationsreichen Präsentation auf Geschichte und Gegenwart der Einrichtung ein, bevor der Rundgang durchs Luftschloss, so der Name des Haupthauses, und die Halle Luja, also: den großen Saal im Haupthaus, über den Dorfplatz zu den Lamas auf ihrer Weide führte. Hier stellte Klaus Aderhold vom Abenteuerdorf die Arbeit mit den Vierbeinern vor, Wald-Spaziergänge mit den Lamas waren hier schon vor Jahren ein passendes Angebot des Spirituellen Sommers.

Langsam finden sich immer mehr Angebote aus Wittgenstein unter den diesmal über 300 Veranstaltungen an 90 Orten. Das reichte im Programmheft des Spirituellen Sommers von einem Kurs „Achtsamkeit üben“ im Erndtebrücker DRK-Heim über Yoga und QiGong unter freiem Himmel in Bad Laasphe bis hin zu „Licht an dunklen Orten“ im Schieferschaubergwerk sowie der beleuchteten Bonifatiuskirche in Raumland. Sehr zufrieden fiel die 2018er Bilanz von Susanne Falk als Projektleitung des Netzwerks aus. Die Anwesenden - in der Regel Aktivposten des Spirituellen Sommers - unterstrichen dieses Fazit in Wemlighausen ebenfalls. Besonderes Lob gab es von Susanne Falk für Netphen und seine Ortsteile, die immer öfter zu Veranstaltungen einladen und neben Freudenberg und Wilnsdorf die einzigen Siegerländer Kommunen im Programm-Katalog sind.

Susanne Falk fasste den Geist, den die Spiritueller-Sommer-Veranstaltungen entfachen sollen, schön zusammen: „Es geht darum, hinterher mit Leuten über Sachen zu sprechen, von denen man vorher gar nicht gewusst hat, dass sie einen interessieren.“ Das weist sehr deutlich in eine Richtung, die die Projektleiterin an anderer Stelle anders benannte: Es gehe darum, die Interreligiosität stärker zu entwickeln, also mehr über Konfessions- und Religions-Grenzen hinweg zu arbeiten. Ab der nächsten Saison mit einem neuen Thema. Ging es seit 2016 um Licht, sollen die potentiellen Veranstalter in den kommenden drei Jahren ihre Ideen zum Leitmotiv „Wasser“ sprudeln lassen. Das Abenteuerdorf ist gerüstet, heißt doch eines seiner Blockhäuser „Bachbett“. Aber auch wenn das alte Oberthema mit dem Abschluss jetzt verloschen ist, so bietet das Abenteuerdorf auch dazu in den kommenden Wochen noch eine Veranstaltung - im Rahmen des Berleburger Literaturpflasters. Dann heißt es bei einer Lesung in Wemlighausen nämlich: „Wenn es nur Licht gäbe, bevor es dunkel wird.“

Hier gibt es das Fazit von Susanne Falk als pdf-Datei.