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17.09.2018
Von: Jens Gesper

Zur Erinnerung an Kurt Buchheim

In Schwarzenau wird am 17. September ein weiterer Stolperstein verlegt


Ferna Kreuger, Martina Schady-Singmann, Hartmut Prange und Dr. Gerda Achinger (von links) gehören zum Bad Berleburger Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage, auf dessen Initiative hin am Montag, 17. September, in Schwarzenau der Stolperstein für Kurt Buchheim verlegt wird.

Seit Mitte September 2016 erinnern diese Stolpersteine in Schwarzenau an Emma und Max Buchheim. Am Montag, 17. September, wird an gleicher Stelle ein weiterer Stolperstein für Kurz Buchheim verlegt.

Vor zwei Jahren wurden in Schwarzenau vor einer Informationstafel Stolpersteine verlegt, die zum einen an Emma Buchheim, geb. Buchheim, und zum anderen an Max Buchheim erinnern. Es ist ungeklärt, ob sich die 52-jährige Jüdin im April 1942 in Zusammenhang mit ihrer bevorstehenden Deportation das Leben genommen hat oder möglicherweise an den Folgen mangelnder Ernährung gestorben ist. Ihr behinderter Bruder wurde jedenfalls im Juli 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er im März 1943 starb.

Am Montag, 17. September, wird ab 16 Uhr auf Initiative des Bad Berleburger Arbeitskreises für Toleranz und Zivilcourage an der Alexander-Mack-Straße ein weiterer Stolperstein verlegt. Dieser trägt den Namen von Kurt Buchheim, der am 20. Oktober 1912 in Schwarzenau geboren wurde. Sein Vater Siegfried fiel 1915 im Ersten Weltkrieg für das Deutsche Reich. Kurt musste deshalb ohne Vater aufwachsen und wurde in Berleburg zum Kaufmann ausgebildet. Er arbeitete dort und half zudem seiner Mutter Emma in ihrem Kolonialwarengeschäft in Schwarzenau. 1938 beantragte er die Ausstellung eines Reisepasses und floh nach Bogota in Kolumbien. Das war ein Ziel, wohin bereits vorher einige Wittgensteiner Juden geflüchtet waren. Dennoch fasste er dort allein offenbar nie richtig Fuß. Im Alter von nur 31 Jahren (Korrektur am 20. September 2018) starb Kurt am 28. Mai 1944 in Südamerika, fernab seiner Wittgensteiner Heimat. Und dennoch soll künftig ein Stolperstein neben dem für seine Mutter und dem für seinen Onkel an den gebürtigen Schwarzenauer erinnern.

An der Verlegung in Schwarzenau nehmen neben Gina Burgess-Winning, eine Verwandte von Kurt Buchheim aus Großbritannien, auch der Berleburger Bürgermeister Bernd Fuhrmann und Joachim Cierpka als Pfarrer der Evangelischen Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal teil. Zu der Stolperstein-Verlegung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.