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09.11.2018
Von: Jens Gesper

Pogrom-Gedenken am 9. November

Bei Veranstaltungen in Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück sind Jugendliche dabei


Grundschüler und Realschüler sind beim Erndtebrücker Pogrom-Gedenken immer dabei, wie auch das Archivfoto vom vergangenen Jahr zeigt. Diesmal wird die Veranstaltung in der Evangelischen Kirche und anschließend an der benachbarten Bergstraße von den Katechumenen mitgestaltet.

Wie auf dem Archivfoto aus dem vergangenen Jahr werden auch diesmal Berleburger Hauptschüler die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht beim Mahnmal am Berlebach mitgestalten.

Wie auf dem Archivfoto aus dem vergangenen Jahr werden auch diesmal Laaspher Gymnasiasten die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht im örtlichen Haus des Gastes mitgestalten.

Auch in diesem Jahr wird in allen Wittgensteiner Kommunen der Geschehnisse der Reichspogrom-Nacht gedacht, die sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt.

Den Auftakt gestalten die Erndtebrücker, diesmal am Freitag, 9. November, ab 10.30 Uhr in der Evangelischen Kirche. Das Gedenken wird zusammen mit Katechumenen der Kirchengemeinde erarbeitet und gestaltet. „Legt Blumen an der Gedenktafel ab, damit sie nicht vergessen werden“, so hatte der ursprünglich aus Erndtebrück stammende Jude Herbert Moses vor einigen Jahren gesagt. Das werden die Jugendlichen im Anschluss an die Gedenkfeier dann auch tun und gemeinsam zu der Gedenktafel unterhalb der Kirche an der Bergstraße gehen.

Nach gut fünfeinhalb Jahren fortschreitender Entrechtung und Ausgrenzung der Juden folgte die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Mehrheitlich örtliche Nazis plünderten auch die Berleburger Synagoge. 80 Jahre sind seit der Pogromnacht vergangen und fünf Jahre seit der erneuten Schändung des Mahnmals am Berleburger Berlebach, das an die verfolgten Juden erinnert. Der Berleburger Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage lädt auch in diesem Jahr wieder am Freitag, 9. November, für 18 Uhr zum Mahnmal am Berlebach zu einer Gedenkveranstaltung ein: „Lernen aus Erinnerung und Lernen durch Erinnerung ist unsere Aufgabe, und dabei nicht die schwarzen Seiten, nicht die nationalsozialistischen Verbrechen auszuklammern, und auch nicht den Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit, die heute unter uns und in den sozialen Medien Raum greifen.“

Der Gemischte Chor „Germania“ Bad Berleburg unter Leitung von Gerrit Schwan übernimmt die musikalische Begleitung der Veranstaltung, Schülerinnen und Schüler der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule zitieren aus den Erinnerungen von Dr. Lucie Weinstein, die als Lucie Krebs die Reichspogromnacht in Berleburg erlebte, und verlesen außerdem die Namen der Menschen, die auf dem Mahnmal doch noch einen Platz in ihrer Wittgensteiner Heimat gefunden haben.

Die Stadt und der örtliche Christlich-Jüdische Freundeskreis laden wieder gemeinsam in Bad Laasphe zur Gedenkveranstaltung am Jahrestag der Pogromnacht ins Haus des Gastes ein. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 9. November, um 18.30 Uhr: „Die Pogromnacht vom 9./10. November 1938 war der Auftakt zum Völkermord an den Juden, der Millionen von Toten forderte, unter ihnen auch mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger der jüdischen Gemeinde von Laasphe. Mehr als 50 Laaspher Juden konnten sich nur durch Flucht ins Ausland retten. Auch sie wurden so zu Opfern der Naziverfolgung.“

Beteiligt sind an der Gedenkveranstaltung außer dem Freundeskreis-Vorsitzenden Rainer Becker und Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann auch Neuntklässler des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, die sich im Religionsunterricht von Ulrike Halbach mit Schicksalen von Laaspher Opfern des Nationalsozialismus beschäftigt haben. Zusammen mit Schulreferentin Silke van Doorn überlegen die Schülerinnen und Schüler dann noch, was diese Schreckensnacht vor 80 Jahren uns heute noch zu sagen hat. Für die Musik sorgt der PopChorn-Chor unter Leitung von Mechthild Lorenz, der von Harald Schmidt am Klavier begleitet wird.

Hier gibt es eine aktuelle Pressemitteilung der Landeskirche zum Thema,
hier gibt es das kirchliche Wort anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht 1938.