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30.10.2018
Von: Jens Gesper

Archiv-Schnuppern in Bad Berleburg

15 Siegener Studierende stöberten städtisch, fürstlich und kirchlich


15 Siegener Studierende stöberten jetzt in Bad Berleburg städtisch, fürstlich und kirchlich im Archiv.

Das Historische Seminar der Universität Siegen bot jetzt eine eintägige Exkursion an. Spektakulär weit war die Reise nicht, aber Bad Berleburg hatte den 15 Studierenden auf kleinem Raum gleich drei sehr unterschiedliche Archive zu bieten: das Stadtarchiv im Rathaus, das Fürstliche Archiv zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg im Schloss und das Archiv des Wittgensteiner Kirchenkreises im Haus der Kirche an der Schloßstraße. Begleitet wurde die Gruppe von Dr. Katrin Minner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Didaktik der Geschichte“ der Siegener Uni. Vor Ort trafen die Besucher auf heimische Fachleute: Dr. Johannes Burkardt, hauptberuflich Leiter der Abteilung Ostwestfalen-Lippe des nordrhein-westfälischen Landesarchivs, ehrenamtlich Archivar des Wittgensteiner Kirchenkreises, sowie Berleburgs Stadtarchivarin Rikarde Riedesel. Das Angebot wendete sich in der gesamten Bandbreite an Lehramts-, Bachelor- und Master-Studierende.

Dem Trio ging es darum, die Scheu vor Archiven abzubauen, Neugierde zu wecken und den Detektiv in den Studierenden zu aktivieren. Gerade weil man in der Wittgensteiner Archiv-Vielfalt entdecken konnte, das sich ein ganzes Bild erst ergibt, wenn man die verschiedenen Puzzle-Teile aus unterschiedlichen Archiven zusammenfügt. In einem konkreten Beispiel ging es im Haus der Kirche um Arfelder Sterbefälle aus dem Ersten Weltkrieg, sowohl kirchliche als auch städtische Unterlagen waren hier zu sichten und zu nutzen. Und da war die Schrift nur eine von einigen Hürden, die die Studierenden mit guten Tipps von den Experten und ein bisschen Ausdauer dann doch überwinden konnten. Zur Exkursion gehörte darüberhinaus eine Führung durchs Berleburger Schloss, wo an diesem Tag mit Dr. Marcus Stumpf der Leiter des Archivamtes für Westfalen im Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu einem seiner regelmäßigen Sprechtage in Wittgenstein zu Gast war. So wurde den Studierenden ganz nah an ihrem Hochschulort ein umfassender Einblick in ein Arbeitsgebiet gewährt, das gar nicht so staubig wie vermutet, sondern vielmehr ganz spannend ist.