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05.03.2019
Von: Jens Gesper

Abschied von Reinhardt Henrich

Früherer Wittgensteiner Superinterdent verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 91 Jahren


Weil sich seine Ordination 2017 zum 60. Mal jährte, erhielt der ehemalige Wittgensteiner Superintendent Reinhardt Henrich bei der Sommersynode aus den Händen seines Nach-Nach-Nachfolgers Stefan Berk ein Buch von Okko Herlyn, einem evangelisch-reformierten Theologen, der bei der Synode selbst zu Gast war.

Im vergangene Sommer besuchte Reinhardt Henrich (rechts) einige Veranstaltungen zum 200-jährigen Bestehen des Wittgensteiner Kirchenkreises. Hier erinnerten Rolf Hufnagel (links) und Dieter Kuhli (Mitte) an den Dorlarer Pfarrer Friedel Birker, über den Reinhardt Henrich schmunzelnd sagte, „dass er mich nicht erkennen ließ, dass ich sein Vorgesetzter war“.

Am Dienstag ist nach kurzer Krankheit Reinhardt Henrich im Alter von 91 Jahren in Bad Berleburg verstorben. Knapp 33 Jahre lang hatte der gebürtige Freudenberger als Pfarrer in Wittgenstein gearbeitet. 21 Jahre davon war er nebenamtlicher Superintendent des Wittgensteiner Kirchenkreises. Auch wenn er als reformierter Christ mit solchen Titeln wenig anfangen konnte und sich mit der heutzutage üblichen Erläuterung zu dem Superintendenten-Amt, Leitender Theologe des Kirchenkreises, ausdrücklich nicht anfreunden konnte.

Seine Ordination, die offizielle Beauftragung zum öffentlichen Dienst an Wort und Sakrament, erfolgte am 17. Februar 1957 in der Erndtebrücker Kirche, am 1. Dezember trat er seine erste Pfarrstelle in der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück an. Keine zehn Jahre später wurde er am 1. Februar 1967 Wittgensteiner Superintendent, nochmal zehn Jahre später wechselte er im Sommer 1977 in die Wemlighäuser Pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg, aus der Reinhardt Henrich im Oktober 1990 in den Ruhestand ging. Superintendent war er bis 1988. Während seiner Zeit in der Kirchenkreis-Leitung entwickelte sich die kleine Wittgensteiner Superintendentur zur professionellen Verwaltung, verbunden damit deren Umzug von Erndtebrück nach Bad Berleburg.

Auch als Pensionär blieb Reinhardt Henrich ein interessierter, wacher und warmherziger Begleiter des heimischen Kirchenkreises im Speziellen und des Evangelischen Lebens in Wittgenstein und Hochsauerland im Allgemeinen. So führte im Jahr 2017 ihn kurz nach seinem 90. Geburtstag eine gemeinsame Busfahrt mit seinem Nachfolger Stefan Berk und Mitarbeitenden der Berleburger Superintendentur in die Hochsauerländer Kirchenkreisgemeinden Dorlar, Gleidorf und Winterberg, in der sich in der jüngsten Vergangenheit gebäudetechnisch viele Veränderungen ergeben hatten. Reinhardt Henrich besuchte während des Reformations-Jubiläums den Wittgensteiner Luthergarten in Erndtebrück genauso wie im Jahr drauf verschiedene Veranstaltungen zum Wittgensteiner Kirchenkreis-Jubiläum. Bei einer Pfarrkonferenz zu Karl Barth war der 91-Jährige im November 2018 nochmal ganz offiziell im Berleburger Haus der Kirche, da er bis zuletzt an theologischer Literatur interessiert war, blieb er ein regelmäßiger Besucher des Hauses der Kirche.

Der Trauergottesdienst für Reinhardt Henrich beginnt am Montag, 11. März, um 14 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg.

Hier gibt es die Worte des Stellvertretenden Synodalassessors Peter Liedtke bei der Trauerfeier zur Beisetzung von Reinhardt Henrich am 11. März 2019.