Zweimal Goldenes Kronenkreuz nach Bad Berleburg >
< „Robuste Sorte für Höhenlagen“
07.04.2019
Von: Jens Gesper

Schwerpunkt: Berleburger Krankenhaus

Pfarrerin Claudia de Wilde als Seelsorgerin im Kirchenkreis begrüßt


Während des Gottesdienstes hatten viele Leute einen Talar an, für dieses Gruppenfoto nur noch Pfarrerin Claudia de Wilde. Die Wittgensteiner Seelsorgerin arbeitet nun schwerpunktmäßig im Berleburger Krankenhaus, eingerahmt wird sie hier von neuen und alten Weggefährten, die ihr am Sonntag in der Raumländer Kirche einen Segen mit auf den weiteren Weg gaben.

Natürlich hat sie längst ein heimisches Nummernschild, die Zahl darauf: 395. Eine Anspielung auf das Gesangbuch-Lied „Vertraut den neuen Wegen“. Und deshalb wurde genau das Lied am Sonntagnachmittag auch in der Raumländer Kirche gesungen, als Pfarrerin Claudia de Wilde nun auch offiziell im Wittgensteiner Kirchenkreis begrüßt wurde. Seit Juni arbeitet sie im Berleburger Akutkrankenhaus. Auch als sie sich im gleichen Monat bei der Synode - der zweimal jährlichen Versammlung - des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein vorstellte, da hatte sie bereits eine Vertraut-den-neuen-Wegen-Geschichte zu erzählen. Bei ihrem ersten Besuch hier vor Ort war sie nämlich durch Schnee und Sturmtief „Friederike“ dank ihres Navigationsgeräts in Richstein gelandet, was definitiv Wittgenstein für Fortgeschrittene ist.

Jetzt beim offiziellen Begrüßungs-Gottesdienst schien die Sonne über alle Berg, 80 Menschen hatten sich auf den Weg zur Raumländer Kirche gemacht: Begleiter auf ihren neuen Wegen in Wittgenstein, darunter Mitarbeitende des Berleburger Krankenhauses, aber auch Wegbegleiter aus früheren Zeiten. Vorneweg ihre Eltern Edith und Heinrich de Wilde aus Münster, Studienkollegen, Menschen aus ihrer alten Wirkungsstätte. Wobei aus ihrer vorherigen Gemeinde - vierzehneinhalb Jahre arbeitete Claudia de Wilde Pfarrerin in der Kirchengemeinde Gronau im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken - kaum jemand da war. Das hatte nichts mit Problemen in der alten Pfarrstelle zu tun, dort wurde just am gleichen Tag ihr Nachfolger gewählt. Weshalb die Wege sie aus ihrer bisherigen Beschäftigung herausführten, sprach Stefan Berk in der Begrüßung offen an: „Du hast viele Jahre als Gemeindepfarrerin gearbeitet, bis eine zunehmende Einschränkung Deiner Beweglichkeit Dich zu einer Neuorientierung gezwungen hat.“ Als Seelsorgerin arbeite Claudia de Wilde nun im Kirchenkreis, schwerpunktmäßig versehe sie ihren Dienst im Berleburger Helios-Krankenhaus: „Damit erfüllt sich ein seit längerem gehegter Wunsch unseres Kirchenkreises, aber auch des Krankenhauses“, so der Superintendent vor der offiziellen Einführung, bei der zahlreiche weit angereiste Weggefährten, aber auch Presbyter und die Pfarrer der Raumländer Kirchengemeinde der 51-Jährigen Segensvoten mit auf den Weg gaben. Claudia de Wilde wohnt in Hemschlar, ist damit Raumländer Gemeindeglied.

In der Predigt erläuterte Claudia de Wilde ihre Sicht auf Seelsorge und lieh sich dafür von einer Kollegin den poetischen Gedanken, dass Seelsorge die Muttersprache der Kirche sei. Ganz handfest erklärte sie dazu: „Ich freue mich, hier in Bad Berleburg diesen Dienst tun zu können. Für mich ist Seelsorge das Zentrum pastoraler Arbeit und auch meine persönliche Berufung. Deshalb ist mir der große Wechsel nicht schwergefallen.“ Obwohl sie als Profi genau weiß, dass an diesem Ort Menschen mit ganz Beschwerlichem zu ihr kommen: „Ja, es sind oft schwere Lasten. Aber ich gehe ja nicht allein zu den Menschen. Nicht ich muss das Schwere tragen, Gott nimmt es in seine Hände. Ich gebe es an ihn ab. Ich bin da, ich begleite, höre anteilnehmend zu. Viele sind dankbar, wenn ich anbiete, für sie zu beten, und ich lege Gott diese Menschen ans Herz. Auch sie sind von Gott getragen.“

Beim anschließenden Kaffeetrinken im benachbarten Gemeindehaus - die große Gastfreundlichkeit der Raumländer Kirchengemeinde ist sprichwörtlich - gab es nicht nur reichlich leckeres Essen samt Getränken, sondern auch noch einige Grußworte: Nach Superintendent Stefan Berk waren es die stellvertretende Bürgermeisterin Anke Fuchs-Dreisbach und die Diakonische Gemeindemitarbeiterin Marion Wunderlich, die Erste für Berleburger Rat und Verwaltung, die Zweite für das heimische Diakonische Werk, die sich freuten, dass Claudia de Wilde nun in Wittgenstein arbeitet. Weitere Anfahrtswege hatten zwei Andere mit Grußbotschaften: zum einen Stephan Martin Stötzel, der mit Claudia de Wilde in Münster und Tübingen Theologie studiert hatte und vor Berit Nolting Berghäuser Pfarrer war, zum anderen Hildegard Schlechter aus dem Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, die über die Jahre hinweg in unterschiedlichen Gremien mit Claudia de Wilde zusammengearbeitet hatte. Allein die Menge der herzenswarmen Grüße, die sie im Namen der unterschiedlichsten Leute mit nach Wittgenstein brachte, machte nochmal sehr anschaulich deutlich, wie froh Wittgenstein sein kann, dass Claudia de Wilde nun hier Seelsorgerin ist.

Hier gibt es den Gottesdienst-Ablauf,
hier gibt es die Predigt von Claudia de Wilde,
hier gibt es mehr Fotos.