Die Blechbläser mit dem „Amen“ im Namen >
< Noch 50 mal schlafen - dann ist Kirchentag
01.05.2019
Von: Jens Gesper

Wittgensteiner werden Siebter

Elf Jugendliche vom Berleburger Stadtgebiet kicken beim deutschen Konfi-Cup in Köln


Eingerahmt von Pfarrerin Christine Liedtke und Konfirmanden-Vater und Trainer Jochen Rother sind hier die Spielerinnen und Spieler, die für die Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen, für Wittgenstein und für ganz Westfalen den siebten Platz beim deutschland-weiten Konfi-Cup geholt haben.

Die Wittgensteiner Konfis in Dunkelblau überzeugten in vielen Belangen, auch wenn sie manchmal noch deutlich kleiner waren als die anderen.

Pfarrerin Christine Liedtke und Trainer Jochen Rother hatten in Köln das eine oder andere Mal Grund, sich über ein Tor der Berleburger und Girkhäuser Konfi-Mannschaft zu freuen.

Als die Spielerinnen und Spieler des Wittgensteiner Konfi-Cup-Teams am Mittwoch beim DFB-Pokal-Finale der Frauen im Kölner RheinEnergieStadion saßen, da erlebten sie mit, dass es den Freiburgerinnen ganz ähnlich erging wie ihnen selbst am Morgen zuvor. Auch wenn die Freiburger zunächst die bessere Mannschaft auf dem Platz war, rächte es sich schnell, wenn man zu viele eigene Chancen nicht verwertete, dann reichte schon ein Tor von den Anderen. So spielten die Wittgensteiner am Ende um Platz sieben unter den Teams aus zehn Landeskirchen. Dabei waren sie in ihrer eigenen der beiden Vorrunden-Gruppen gegen den späteren Gruppensieger zunächst locker in Führung gegangen, verpassten aber ein zweites Tor und mussten nach einem Gegentor mit einer Punkte-Teilung zufrieden sein. Die Wittgensteiner waren die einzigen, die in der Vorrunde dem späteren Final-Teilnehmer ein Unentschieden abringen konnten. Zudem hatten sie insgesamt die deutlich schwierigere Gruppe erwischt. Das wurde dadurch klar, wie locker sie im Spiel um Platz sieben die Mannschaft aus der anderen Vorrunde mit 3:1 besiegten. Den Konfi-Cup 2019 holten die Jugendlichen aus der Martin-Luther-Gemeinde Homburg-Erbach in der Pfalz, Zweite wurden die Kirchengemeinde Soonblick aus der Rheinischen Landeskirche, Dritte die Kirchengemeinde Hallwangen aus Württemberg.

Aber auch wenn es natürlich ums Gewinnen ging, so waren Platzierungen nicht alles und das Turnier hatte doch noch eine ganz andere Dimension: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch!“ - mit einem Ausrufezeichen steht diese Goldene Regel im Matthäus-Evangelium. Alle, die am 1. Mai am Konfi-Cup der Evangelischen Kirche in Deutschland teilnahmen, hatten dieses FairPlay-Bekenntnis vorher unterschrieben. Als Spielerinnen und Spieler auch die Berleburger Emilia Bald, Till Becker, Pius Birkenhauer, Tom Frank, Philipp Hansmann, Jan-Lasse und Jannis Rother, der Beddelhäuser Mattes Bäumner, die Girkhäuserin Selina Hess, Franziska Meinecke aus Schüllar und die Diedenshäuserin Theresa Womelsdorf genau wie das Betreuenden-Team mit Pfarrerin Christine Liedtke, dem Konfi-Vater und Trainer Jochen Rother, der Konfi-Oma und Fahrerin Irene Frank.

Die Mannschaften in Köln kamen aus den Landeskirchen Baden, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Hannover, Hessen-Nassau, Nordkirche, Pfalz, Rheinland, Sachsen, Westfalen und Württemberg. Und alle Teams hier waren schon Sieger. Die gemeinsame Mannschaft der Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen hatte sich Anfang Februar beim Wittgensteiner Konfi-Cup durchgesetzt, Ende März holte sich das Team, das sich mittlerweile aus der benachbarten Lukas-Kirchengemeinde verstärkt hatte, auch den Westfalen-Titel.

Bereits am Dienstagabend waren die Wittgensteiner nach Köln angereist. Auf dem Programm für alle Konfis aus den zehn Landeskirchen stand zunächst eine gemeinsame Rhein-Schifffahrt. Der Mai-Feiertag begann mit einer Andacht auf dem Turniergelände der Kölner Ostkampfbahn. Nach einer halben Stunde wurde es ernst, da begann das Konfi-Turnier, dem sich am späteren Nachmittag im benachbarten Müngersdorfer RheinEnergieStadion das Frauen-DFB-Pokal-Finale zwischen den Teams aus Freiburg und Wolfsburg anschloss. Dafür hatten alle Konfis und Betreuenden Karten bekommen. In der Halbzeitpause im Stadion wurden viele Pokale verteilt, an diesem Tag fanden nämlich rund ums Müngersdorfer Stadion nicht nur ein riesiges Familienfest, sondern auch noch zahlreiche Mädchen-Fußball-Turniere statt. Der Konfi-Cup-Pokal wurde leider nicht in solch einem feierlichen Rahmen vergeben, sondern ohne Mikrophon und mit wenig Plan. Organisatorisch hat die Konfi-Cup-Veranstaltung Luft nach oben, auch für die Wittgensteiner. Denn dafür, dass sie die kürzeste Anfahrt nach Köln hatten, waren leider nur sehr wenige Berleburger beim bundesweiten Konfi-Cup, den bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der Arbeitskreis „Kirche und Sport“ verantwortet.

Mal sehen, wann die Wittgensteiner sich noch einmal für den deutschlandweiten Konfi-Cup qualifizieren können. Vielleicht sogar schon 2020? Denn wenn der Name „Konfi-Cup“ auch deutlich auf Konfirmanden hinweist, so waren die meisten Wittgensteiner diesmal doch erst Katechumenen, also Konfirmanden im ersten Lehrjahr. Sie waren durch die Bank weg jünger als die meisten Spielerinnen und Spieler der anderen Mannschaften, die meisten Wittgensteiner könnten nächstes Jahr nochmal spielen. Aber egal, wie das ausgeht, genau wie man den Freiburgerinnen nie wieder ihren famosen fußballerischen Weg ins Finale und den Gewinn eines fabelhaften zweiten Platzes unter 50 Teams nehmen kann, so kann man den Mädchen und Jungs aus den Kirchengemeinden Bad Berleburg und Girkhausen sowie den beiden aus der Lukas-Kirchengemeinde nicht die Spiele auf dem Weg nach Köln und in Köln nehmen. Die bleiben - und ein siebter Platz im bundesweiten Vergleich.

Hier gibt es viel mehr Fotos von dem Tag und vom Weg nach Köln.