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28.07.2019
Von: Jens Gesper

„Im Leid an Gott festhalten“

Trost und Ermutigung gab es in Eslohe ganz persönlich vom Diakoniegottesdienst-Team


Ursel Groß, Simone Conrad, Karin Paetsch, Brigitte Stooff, Elena Agalakov und Christiane Lunau (von links) hatten als Team einen hundertprozentig stimmigen, sehr persönlichen Diakoniegottesdienst vorbereitet, der auch deshalb die Gottesdienst-Besucher beeindruckte.

„Gott - wo bist du?“, diese häufig gehörte und oft gestellte Frage stand am Sonntagmorgen über dem Diakoniegottesdienst der evangelischen Nachbar-Kirchengemeinden Dorlar-Eslohe und Gleidorf in der Esloher St.-Johannis-Kirche, zu dem Pfarrerin Ursel Groß rund 60 Besucher begrüßte. Und um es gleich zu schreiben: Nein, die eine, für alle gültige Antwort auf diese drängende Frage, die gern mit einem vorwurfsvollen Ton gestellt wird, konnte auch dieser Gottesdienst nicht bieten. Aber Diakoniepfarrerin Simone Conrad aus Wingeshausen, die beiden Hochsauerländer Gemeinden gehören zum Wittgensteiner Kirchenkreis, bot stattdessen in ihrer Predigt einen tröstlichen Hinweis: „Vier verschiedene Frauen - vier verschiedene Antworten. Und doch in einem einig: Darin nämlich, dass sie - auch und gerade - im Leid an Gott festhalten. Mit ihm ringen vielleicht. Klagen vielleicht. Und sich doch mit aller Klage und allem Leid in seine Hände geben.“ Die Pfarrerin meinte mit den vier Frauen Elena Agalakov, Christiane Lunau, Karin Paetsch und Brigitte Stooff, die zuvor alle ganz persönlich in diesem Gottesdienst aus ihren Leben und von ihrem Gottvertrauen berichtet hatten.

Aus dem gemeinsamen Teamwork war ein beeindruckender Gottesdienst erwachsen, der so nur wegen der unterschiedlichen Puzzleteile der einzelnen Beteiligten entstehen konnte. Und in dem außerdem alle Gottesdienst-Besucher selbst aktiv werden konnten, um einen Stein, den es am Eingang gegeben hatte, auf dem Altar abzulegen. Wie man diese demonstrative, leicht verständliche Entlastung für sich selbst mit Inhalt füllte, das blieb Jeder und Jedem überlassen. Perfekt ergänzten den sehr stimmigen Gottesdienst die hundertprozentig passend ausgesuchten Lieder, von Reinhard Wulbeck an der Orgel begleitet: von „Befiehl du deine Wege“ über „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ und „Du bist da, bist am Anfang der Zeit“ bis „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Wie der Text des letztgenannten Liedes stammten von Dietrich Bonhoeffer auch die Wortes des Glaubensbekenntnisses an diesem Morgen, in dem es hieß: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.“ Das war nur einer der tröstlichen und ermutigenden Gedanken, mit dem das Diakoniegottesdienst-Team die Besucher in das Kirchcafé vor der Tür, in die neue Woche und in den jeweiligen Alltag entließ.

Viele Fotos vom Gottesdienst gibt es in den Schaukästen der beiden Kirchengemeinden in Bad Fredeburg, Eslohe, Gleidorf und Schmallenberg.

Hier gibt es den kompletten Gottesdienst-Ablauf,
hier gibt es viel mehr Fotos.