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10.11.2019

Am 30. Jahrestag des Mauerfalls

Müggelheimer besuchten ein Wochenende lang Erndtebrücker in Wittgenstein


Die Bibelarbeit samstagmorgens ist seit Jahr und Tag fester Bestanteil aller Treffen der Kirchengemeinden Erndtebrück und Müggelheim. Schwerter zu Pflugscharen war jetzt im Klöneck (Foto) das Thema, das auch der Bittgottesdienst für den Frieden am Sonntag in der Evangelischen Kirche Erndtebrück aufnahm.

Schwerter zu Pflugscharen - das anschauliche Bild der Entwaffnung stammt aus der Bibel. Abrüstungsinitiativen nutzten es seit 1980 in der DDR, von dort kam es in die BRD, wo es bald die Friedensbewegung aufnahm. Jetzt am Morgen des 9. Novembers war der dazugehörige Micha-Text im Erndtebrücker Klöneck die Grundlage für eine gemeinsame Bibelarbeit von Christen aus den Evangelischen Kirchengemeinden Müggelheim und Erndtebrück.

Seit mehr als 50 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den beiden Kirchengemeinden. Nach bedächtigen Anfängen in den 60er Jahren nahm diese Ende der 70er deutlich an Fahrt auf, und nach dem Fall der Mauer brauchte es dann ja nicht mehr ausschließliche die Reise-Richtung von West nach Ost zu sein. Stattdessen kam man jetzt zum herbstlichen Treffen abwechselnd hüben und drüben zusammen. Etwas später wurde der Rhythmus um eine Unbekannte ergänzt, alle drei Jahre stand nun nämlich eine Zusammenkunft an einem dritten Ort auf dem Plan, wo weder die einen noch die anderen zuhause waren. Zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung war jetzt Wittgenstein Treffpunkt.

Die Bibelarbeit am Samstagmorgen ist genauso ein feststehender Programmpunkt wie auch der gemeinsame Gottesdienst. In diesem nahm die Gruppe am Sonntagmorgen in der Evangelischen Kirche Erndtebrück die Impulse aus der Bibelarbeit auf, hatte sich die Gruppe doch ganz bewusst in diesen Zeiten für einen Bittgottesdienst für den Frieden entschieden.

Diesmal hatte sich nur eine kleine Schar von sieben Menschen in Müggelheim auf den Weg gemacht. Auch wenn die Feierlichkeiten zum runden Mauerfall-Gedenktag da wohl eine Rolle gespielt haben, so ist für Superintendent Stefan Berk, in diesem Fall als Erndtebrücker Gemeindepfarrer, die geringer werdende Zahl der Teilnehmenden doch auch ein Zeichen: Der Partnerschaft zwischen Erndtebrück und Müggelheim fehlen die jungen Leute. In dem Punkt geht es beiden Seiten genau gleich. Dennoch, so die Meinung beim Zusammentreffen jetzt auf beiden Seiten, wäre es gut, wenn die Tradition der Partnerschaft weitergeführt werden könnte. Auch weil gerade alle sehen, dass es anscheinend wichtiger wird, dass Menschen von hüben und drüben im Gespräch bleiben - oder ganz neu miteinander ins Gespräch kommen.

Deshalb hat man diesmal schon wieder fürs nächste Mal überlegt. Ein Treffen irgendwo in der Mitte soll 2020 wieder dran sein. Es wäre gut, wenn die Tradition der Partnerschaft weitergeführt werden könnte. Wer in der Erndtebrücker Kirchengemeinde Interesse hat, meldet sich bei Pfarrer Stefan Berk.