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05.07.2015
Von: Jens Gesper

„Vom ersten Augenblick an, hat es mich angezogen“

Noch bis Ende August hängt in der Auferstehungskirche Gleidorf ein Hemd aus Gesangbuchseiten


Genau nahmen die Besucher nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Auferstehungskirche Gleidorf die Camisa von Wolfgang Jankowsky unter die Lupe. Genau das geht noch bis Ende August.

Der Künstler Wolfgang Jankowsky freute sich nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Auferstehungskirche Gleidorf darüber, wie genau Pfarrerin Elisabeth Grube auf sein Werk eingegangen war.

„Dieses Hemd, das Sie hier sehen - das hat es mir angetan. Vom ersten Augenblick an, hat es mich angezogen. Und ich finde, dass es den Altarraum unserer kleinen Kirche ausgesprochen gut kleidet.“ So begrüßte Pfarrerin Elisabeth Grube am Sonntag die Gemeinde in der Evangelischen Auferstehungskirche in Gleidorf. Dieses Hemd trägt den spanischen Namen „Camisa“ - auf Deutsch: Hemd - und besteht aus den dünnen Seiten des alten Deutschen Evangelischen Gesangbuchs aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Hagener Künstler Wolfgang Jankowsky hat einzelne Seiten des Gesangbuches zusammengefügt und so ein Gewand geschaffen, das beeindruckt und zum genauer Hinschauen einlädt - und zwar immer wieder.

Einige erhellende Erläuterungen lieferte die Pfarrerin dazu in der Predigt: „Die Gesangbuchblätter sind so zusammengewebt, dass es am vorderen Saum des Hemdes beginnt mit den Blättern, auf denen die Adventslieder abgedruckt sind. Und je weiter man mit dem Blick nach oben steigt, erkennt man die Lieder, die dem Kirchenjahr und der Ordnung des Gesangbuchs entsprechend, nach und nach zum Stoff des Hemdes werden. Immer wieder finden sich Loblieder. Mehr Loblieder als andere. Als ob das Lob von unten nach oben steigt. Von der Erde zum Himmel.“ Am Psalm 104 orientiert stand als Leitgedanke über dem Abendmahls-Gottesdienst: „Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.“ Passend dazu die Gottesdienst-Lieder, bis auf eines fanden sich alle auf dem Kunstwerk. Begleitet wurden die Stücke von Mario Vogel an der Orgel.

Trotz der Hitze waren an dem Morgen 40 Besucher in die Kirche gekommen. Auf sie warteten nach dem Gottesdienst vor der Kirche kühle Getränke und leckere Knabbereien, vorbereitet von Gisela und Günther Bannuscher. Nach Erfrischung, Stärkung und vielen Gesprächen ging es auf einer zweiten Etappe in der Kirche weiter. Auch Wolfgang Jankowsky war in der Gleidorfer Kirche.

Der Künstler sprach von den Farbakzenten auf den Gesangbuchseiten seines Kunstwerks: vom roten Schiff, dem weißen Kreuz, der erdfarbenen Leiter, einem herbstfarbenen Blatt, einem erdfarbenen kleinen Kreis und drei schwarzen Streifen auf dem rechten Ärmel. Und erläuterte die Worte „cielo y terra“ auf dem Kunstwerk, also Himmel und Erde auf Spanisch. Er gab spannende Einblicke in seine Gedanken und Motivationen. Gern beantwortete er Fragen. Am Ende war es ein rundum gelungener Vormittag - den man so nicht wiederholen kann. Aber noch bis Sonntag, 30. August, kann sich jeder Interessierte das Kunstwerk in der Gleidorfer Kirche selbst anschauen. Täglich ist die Auferstehungskirche von 10 bis 18 Uhr verlässlich geöffnet. Und bis zum letzten Tag lädt das Hemd im Rahmen des Spirituellen Sommers zum etwas genaueren Hinschauen ein.

Hier gibt es mehr Fotos von der Veranstaltung.