Abenteuerdorf Wittgenstein

Rechnungsprüfer Thomas Schneider mit Büro im Siegener Kreiskirchenamt, Martin Bock als Juristischer Ortsdezernent der Landeskirche, Superintendent Stefan Berk und Geschäftsführerin Silke Grübener (von links) sprachen auch in der Synoden-Pause über das Abenteuerdorf Wittgenstein.

Die Tatsache, dass die Synode des Wittgensteiner Kirchenkreises jetzt nicht - wie inzwischen gewohnt - im Abenteuerdorf in Wemlighausen stattfinden konnte, war lange bevor die Synoden-Tagesordnung auf den Punkt „Bericht aus dem Abenteuerdorf“ zu sprechen kam, ein erster Hinweis auf die Situation dort. Grund für das Ausweichen der Versammlung nach Elsoff waren nämlich über 100 Gäste am Synoden-Tag in Wemlighausen und außerdem ein starker Besuchergruppen-Wechsel am gleichen Tag. Noch viel anschaulicher schilderte dann Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener im Rahmen der Synode die Situation in einer Einrichtung, die mit sehr großem Engagement aller Mitarbeitenden und gottgefälliger Begeisterung das Abenteuerdorf zu einem Erfolg machen will. Kleine Rückschläge, wie ein Programmierfehler im teuer eingekauften Betten-Belegungsprogramm, der den Verantwortlichen fürs vergangene Jahr 1000 Übernachtungen mehr vorgaukelte als es tatsächlich gab, nerven alle Beteiligten, ändern aber nichts an deren Optimismus.

Kein Wolkenkuckucksheim-Optimismus, sondern einer, der auf dem festen Fundament des umgebauten Abenteuerdorfs fußt. Und für alle Fälle schaut auch die Evangelische Kirche von Westfalen dem Kirchenkreis kritisch auf die Zahlen. Bei der Synode jetzt berichtete Martin Bock als Juristischer Ortsdezernent über das landeskirchliche Prüfverfahren für das Abenteuerdorf. Den vorgelegten Wirtschaftsplan bis einschließlich 2020 - auf der Kirchenkreis-Homepage einzusehen - habe man in Bielefeld als plausibel wahrgenommen. Zunächst auf drei Jahre befristet sei die Genehmigung der Landeskirche, die das Projekt weiter eng begleiten möchte. Martin Bock wies auf Risiken und Chancen hin, sah die Wichtigkeit des Projektes für den Kirchenkreis, gab das Ziel der Kostendeckung aus, machte zudem deutlich, wenn sich der Kirchenkreis für eine Bezuschussung entscheide und sich diese leisten könne, dann sei auch das möglich. Schließlich sind es zu 50 Prozent kirchliche, christlich Gruppen, die das Abenteuerdorf nutzen, wie Silke Grübener bei der Analyse der Übernachtungszahlen selbst erstaunt festgestellt hatte. Nach dem Wirtschaftsplan haben die Betriebsergebnisse 2018 und 2019 noch ein Minus vor der Zahl, das soll sich 2020 ändern. Und Martin Bock hatte in seinen Ausführungen noch auf einen ganz anderen Wert hingewiesen: Schon die bisherigen Übernachtungszahlen bedeuten, dass Kirche im Abenteuerdorf jede Woche mit 200 Menschen in direkten Kontakt kommt.

Die Synode beschloss bei sechs Enthaltungen den vorgelegten Wirtschaftsplan 2018 bis 2020 und beantragte auf dieser Grundlage die Betriebsgenehmigung für drei Jahre. Das Abenteuerdorf Wittgenstein freut sich derzeit über eine steigende Zahl von Tagesveranstaltungen und privaten Feierlichkeiten, bei denen gern die günstigen Übernachtungsmöglichkeiten genutzt werden. Dennoch sind für die Einrichtung auch weiterhin Spenden willkommen, und Pfarrer Peter Liedtke kündigte jetzt bei der Synode außerdem an, dass für Anfang Oktober die Gründung eines Fördervereins für das Abenteuerdorf Wittgenstein geplant ist.

2018-sommersynode-adw-bock-01:

Unterlagen zum Thema

2018-sommersynode-adw-wiplan.pdf

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