Abschiede und Begrüßungen

  • Superintendent Stefan Berk (stehend, links) freute sich darüber, dass Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann (stehend, rechts) sich nach seinem Grußwort auch noch Zeit nahm und bei der Wittgensteiner Kreissynode blieb - und mitdiskutierte.
  • Während Birgit Niehaus von Stefan Berk in der Wittgensteiner Kreissynode begrüßt wurde, wurde Thomas Dörr (von links) von dem Superintendenten aus dieser Versammlung verabschiedet, die sich zweimal im Jahr um die Dinge des Kirchenkreises kümmert.
  • Pfarrerin Claudia de Wilde (rechts) arbeitet seit Juni im Akutkrankenhaus Bad Berleburg als Klinikseelsorgerin, bei der Kirchenkreis-Synode jetzt knüpfte sie auch schon mal Kontakt zur Wittgensteiner Diakoniepfarrerin Simone Conrad.

Dass viele Menschen bei einer Synode zu Wort kommen, ist nichts Besonderes, sondern Absicht und fester Bestandteil: miteinander nachdenken, miteinander reden, miteinander Beschlüsse fassen. Da ist die Evangelische Kirche ganz dicht an politischen Entscheidungsprozessen, die im Kleinen wie im Großen nach dem bestmöglichen Ergebnis für möglichst Viele suchen, auch auf neuen Wegen.

„Veränderungen bringen zwar immer Sorgen und Herausforderungen mit sich, aber wenn man so viele Menschen wie möglich mit auf den Weg nimmt, wenn man miteinander spricht, wirkt sich das positiv auf den Prozess aus“, so fasste es Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann in seinem Grußwort zusammen. Der Berleburger Verwaltungschef gab hier in Elsoff schon vor dem Synoden-Tagesordnungspunkt „Gebäudemanagement“ einen Hinweis darauf, dass Kommune und Kirche sich mit den gleichen Problemen beschäftigen: „Aus dem klassischen Gemeindehaus ist hier ein Mehrzweckgebäude geworden. Mehr Räume für die Dorfbewohner und Gemeindemitglieder, dazu ein intelligenter Fußboden, der ältere Menschen unterstützt und mit dem Elsoff auch ein Stück zur Forschung beiträgt. Das ist alles vorbildlich - aber auch nötig.“ Beim Forschungsprojekt „Cognitive Village“, auf Deutsch: Vernetztes Dorf, arbeiten Kommune und Kirchengemeinde mit der Siegener Universität und dem Berleburger Schaumstoffwerk zusammen, um herauszufinden, wie Digitalisierung in dörflichen Strukturen hilfreich sein kann.

Ein Grußwort hielt auch Bernd Wagener von der Telefonseelsorge in Siegen, die auch die Telefonseelsorge des Wittgensteiner Kirchenkreises ist. Der katholische, kommissarische Leiter der Einrichtung, die bereits vor 38 Jahren in ganz anderen Zeiten ökumenisch gegründet wurde und heute 100 Ehrenamtliche zählt, freute sich, dass er den Anwesenden mitteilen konnte, dass mit Pfarrer Dietrich Hoof-Greve eine neue Leitung für die Telefonseelsorge in Siegen feststeht. Ein Grußwort gab es auch von Martin Bock, dem Juristischen Ortsdezernenten für den Wittgensteiner Kirchenkreis bei der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der Mann aus Bielefeld meldete sich später in den Diskussionen noch desöfteren zu Wort (siehe die übrigen Berichte auf der Seite).

Zu Wort kamen auch Thomas Dörr und Birgit Niehaus, der Mann aus Banfe wurde aus der Synode verabschiedet, die Frau aus dem Sauerland begrüßt. Superintendent Stefan Berk dankte dem Geschäftsführer des Diakonischen Werks Wittgenstein, der gleichzeitig Regionalgeschäftsführung im Evangelischen Johanneswerk war. Nachdem man, so der Superintendent, aus sehr schwierigen finanziellen Zeiten gekommen sei, sei man inzwischen im DW gut und zukunftsträchtig aufgestellt. Aber mit zunehmender Größe brauche es auch mehr Leitung. Thomas Dörr ist künftig Geschäftsleiter in der Klinik Wittgenstein. Birgit Niehaus ist ab 1. August alleinige Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Wittgenstein sowie für die Altenhilfe im Rahmen des Johanneswerks hier vor Ort zuständig. Thomas Dörr dankte der Synode ausdrücklich dafür, dass seit er 2004 in die Synode gekommen sei, die finanzielle Unterstützung des Kirchenkreises für das Diakonische Werk nicht zur Debatte gestanden habe. Dieser Beitrag habe geholfen, Dinge umzusetzen, die man sonst nicht hätte machen können. Der Gottesdienst zur Einführung von Birgit Niehaus in ihr neues Amt ist am Donnerstag, 13. September.

Um ein „Hallo“ und ein „Tschüss“ ging es dann auch noch bei zwei Pfarrern, für die Eine, die zum ersten Mal, und für den Anderen, der zum letzten Mal bei einer Wittgensteiner Synode war. Claudia de Wilde arbeitet seit Anfang Juni im Akutkrankenhaus Bad Berleburg als Klinikseelsorgerin im Beschäftigungsauftrag, absolviert derzeit aber noch eine Fortbildung in „Systemischer Seelsorge“. Die Pfarrerin aus dem westfälischen Flachland des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken berichtete von ihrem ersten Besuch mit Ganzjahresreifen und während des Orkantiefs „Friederike“ in Wittgenstein als sie nach dem Gespräch mit dem Superintendenten Stefan Berk in Bad Berleburg nach Franken fahren wollte und auf einer schmalen Straße strandete, wo sie überhaupt nicht mehr vor und nur noch schlecht zurück kam. Wie ein Mann sie freundlich gefragt habe, ob er ihr aus dieser misslichen Situation helfen könne und wie dann doch noch die fassungslose Frage kam, wie man mit Ganzjahresreifen bei so einem Wetter nach Richstein komme? Jetzt ist Claudia de Wilde hier.

Dr. Tim Elkar schilderte eine andere Geschichte, nachdem er mit der Frauenhilfs in Hessen unterwegs gewesen war, wie man zurück in den Kirchenkreis kam und in Beddelhausen das Wittgensteiner Heimatlied angestimmt wurde. Der ursprünglich aus dem Siegerland stammende Pfarrer hatte viereinhalb Jahre lang Vikariat und Probedienst in den Kirchengemeinden Raumland und Erndtebrück absolviert, lobte jetzt zum Abschied Leute und Landschaft hier und dankte ausdrücklich, dass er sich von der Wittgensteiner Synode stets ermutigt gefühlt habe, seine Meinung auch als junger Pfarrer zu sagen. Genauso wie eine Synode eben sein soll.