Superintendenten-Bericht 2018

Superintendent Pfr. Stefan Berk

Die Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein begann jetzt mit einem stimmungsvollen Gottesdienst in der Elsoffer Kirche. Ein ausgebuchtes Abenteuerdorf Wittgenstein sorgte dafür, dass nach drei Synoden in Wemlighausen die Versammlung der Kirchengemeinden und Arbeitsbereiche der Evangelischen aus Wittgenstein und Hochsauerland sich diesmal einen anderen Tagungsort suchen musste. In der Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal gab es Neues zu begutachten: Nachdem der aus vielen Gründen komplizierte Umbau des Gemeindehauses in Elsoff in den vergangenen Jahren Hochs und Tiefs erlebt und zweitweise an Fahrt verloren hatte, ist nun auch für die letzten Arbeiten ein Ende in Sicht, außerdem hat die Gemeinde seit Mai einen neuen Pfarrer. Joachim Cierpka hielt den Abendmahlsgottesdienst, den der Laaspher Friedhelm Nicklaus an der Orgel begleitete. Vor wenigen Wochen bei seinem Einstand für die Angedacht-Texte auf der Kirchenkreis-Homepage hatte Joachim Cierpka Mut zum Perspektivwechsel gemacht.

Aus einem ganz ähnlichen Blickwinkel hatte Superintendent Stefan Berk seinen Bericht, der am Anfang der Sommersynode im Elsoffer Gemeindehaus stand, mit „Auf der Suche nach Perspektiven“ überschrieben. Der komplette Bericht findet sich auf der Homepage des Wittgensteiner Kirchenkreises. Unter der Überschrift „Der Kirchenkreis im Jubiläums-Modus“ blickte der Leitende Theologe des Kirchenkreises froh und dankbar auf die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 und auf die bisherigen Veranstaltungen zum 200-jährigen Bestehen des Kirchenkreises in diesem Jahr zurück. Gleichzeitig formulierte er als Erkenntnis aus den vergangenen Wochen, dass in der Hauptamtlichkeit sehr viel genauer darauf geachtet werden muss, dass die immer sehr engagierte, strapazierte Ehrenamtlichkeit nicht überfordert wird.

Wie wichtig nicht-hauptamtliches Engagement im Kirchenkreis ist, kam bei Stefan Berk unter der Überschrift „Kompetenzzentrum im Krisenmodus“ vor: „Dass unsere Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis nicht zusammengebrochen ist, obwohl die tragende Säule der Hauptamtlichkeit im Kompetenzzentrum plötzlich fehlte, haben wir einigen unglaublich engagierten Leuten zu verdanken.“ Dabei ging es auch um Neben- und Ehrenamtliche, deren Qualität in der Jugendarbeit -Ausbildung der vergangenen Jahren dem Kirchenkreis jetzt zugutekam: „Jedenfalls können wir uns glücklich schätzen, dass wir so viele junge Leute in unseren eigenen Reihen haben, die Verantwortung übernehmen möchten und so selbstständig organisieren und planen können.“ Dennoch ist es gut, dass Reinhard Stolz mit seinem großen Fachwissen in der Sachbearbeitung der Fels in der Brandung im Kompetenzzentrum ab Oktober wieder Hauptamtliche in der praktischen Arbeit neben sich hat: Kurz vor der Synode hat der Kreissynodalvorstand als Leitungsgremium des Kirchenkreises beschlossen, Daniel Seyfried aus Gütersloh und die aus Schwarzenau stammende Franziska Heß als neue Gemeindepädagogen einzustellen.

Im dritten Abschnitt „Perspektiven im Pfarrdienst“ kam Stefan Berk natürlich auf Joachim Cierpka zu sprechen, aber auch auf Claudia de Wilde. Sie hat formal schon Anfang Juni im Akutkrankenhaus Bad Berleburg als Klinikseelsorgerin im Beschäftigungsauftrag begonnen, absolviert derzeit aber noch eine Fortbildung. Zudem hat aus persönlichen Gründen gerade eine interessierte Pfarrerin abgesagt, die vor wenigen Wochen bei einer informellen Vorstellungspredigt Herzen und Köpfe der Winterberger Kirchengemeinde generell und niederländischer Besucher, mit ein Worten in deren Muttersprache, erobert hatte. Hier wird mit Hilfe pensionierter Pfarrer, von denen Stefan Berk stellvertretend Manfred Gringel hervorhob, die Zeit während der Suche nach einem eigenen Pfarrer weiter überbrückt. Ebenfalls im Hochsauerland wird zum Jahresende Pfarrer Jürgen Rademacher pensioniert, die Dorlarer Kirchengemeinde arbeitet künftig enger mit den Gleidorfer Nachbarn zusammen: „Der Kreissynodalvorstand setzt sich deshalb sehr stark dafür ein, die eigentlich zu kleine Pfarrstelle wieder besetzen zu können, damit in dieser Diasporaregion Evangelische Kirche präsent bleiben kann“, so Stefan Berk. Hier gibt es Interessenten. Im Bericht kam zudem Dr. Tim Elkar vor, der im Siegerland seine Stelle angetreten hat und aus Wittgensteins Synode verabschiedet wurde. Mit einer Perspektive für Erndtebrück: „Es ist ein großes Glück für uns, dass die Landeskirche uns entgegen aller Erwartungen einen neuen Pfarrer im Probedienst entsenden kann: Nach jetzigem Stand wird zum 1. Oktober Pfarrer Jaime Jung aus Brasilien in unserem Kirchenkreis seinen Dienst beginnen.“ Wie Tim Elkar zuvor wird Jaime Jung Stefan Berk in seiner Gemeinde entlasten, denn Wittgenstein ist einer der wenigen Kirchenkreise, der einen nebenamtlichen Superintendenten hat.

Was einen direkten Übergang zum nächsten Kapitel in Stefan Berks Berichts schafft: „Perspektiven im Superintendenten-Amt“, die letzten Sätze dieses Kapitels: „Das Nebenamt, so habe ich nach wie vor den Eindruck, bietet für die heutigen Herausforderungen nicht mehr den richtigen Rahmen. Davor die Augen zu verschließen, würde bedeuten, sich der Realität nicht zu stellen.“ Dieses ernüchternde Fazit ist dabei nur eine Beobachtung aus einer kirchlichen Realität, die etwa die technischen Möglichkeiten der Gegenwart längst nicht ausnutzt. Massive Herausforderungen unterschiedlichster Natur bringen kompliziertes Nachdenken über Strukturen in verschiedensten Gremien mit sich: „Dass trotz der Fülle an Themen und Beratungsprozessen sowohl im Kirchenkreis als auch in meiner Kirchengemeinde in Erndtebrück nicht noch mehr vergessen wird, verdanke ich sehr deutlich Christiane Petri, die das Büro in der Superintendentur weitsichtig und sehr eigenverantwortlich führt - oft über das hinaus, was man von einem Sekretariat erwarten kann.“ Häufig ist Stefan Berk unterwegs, gerade nach Bielefeld. Das ist nötig, damit in landeskirchliche Überlegungen die Position des Wittgensteiner Kirchenkreises einfließen kann, aber es ist auch zeitintensiv. Während er für seine Gespräche mit Jaime Jung in Brasilien einfach Skype genutzt habe, gebe es nach landeskirchlichen Sicherheits-Standards kein System für eine Bild-Kommunikation aus Wittgenstein mit Bielefeld.

Für Stefan Berk war diese Kontakt-Vermittlung zu Jaime Jung genau wie Wittgenstein-Hinweise für andere Pfarrer auf der Suche nach Veränderung, ein deutliches Zeichen, dass man in Bielefeld den Kirchenkreis auf dem Schirm hat: „An dieser Stelle danke ich den Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern im Landeskirchenamt ausdrücklich für das gute Miteinander.“ Und tatsächlich hätten Wittgenstein und Hochsauerland ja auch etwas zu bieten: „Unser Kirchenkreis ist nicht unattraktiv. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen hat sich herumgesprochen, dass es im Kirchenkreis Wittgenstein solide Grundstrukturen gibt, in denen man im Pfarrdienst gut arbeiten kann. Die Kollegialität untereinander hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.“

Das war auch kurz zuvor bei der Amtseinführung  von Tim Elkar in Neunkirchen zu spüren gewesen, wo neben vielen anderen Wittgensteinern und einem Sauerländer aus dem Kirchenkreis  neun Wittgensteiner Kollegen von Tim Elkar zu Gast waren.

Unterlagen zum Thema

2018-sommersynode-sup-bericht.pdf

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