Koffer packen für die Zukunft

Rund 80 Besucher waren am Samstag einen Tag lang im Abenteuerdorf in Wemlighausen, der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein hatte zu einer Sondersynode eingeladen. Üblicherweise gibt es im Juni und im Dezember je eine turnusgemäße Zusammenkunft der Delegierten aus den evangelischen Kirchengemeinden und Arbeitsbereichen in Wittgenstein sowie in den Hochsauerländer Kommunen Eslohe, Schmallenberg und Winterberg. Die Sondersynode jetzt nahm die Ergebnisse der ersten Jugendsynode auf, die im November aus Anlass des Reformations-Jubiläums unter der Überschrift „Koffer packen für die Zukunft“ stattgefunden hatte. Trotz Grippewelle und der Messe „Wir in Wittgenstein“ waren alle 15 Kirchengemeinden vertreten, entweder von den üblichen erfahrenen Synodalen oder von Jugendlichen und jungen Leuten, in 13 der Fälle sogar von beiden Altersgruppen. Ebenfalls dabei waren Oliver Berk als Leiter der gemeinsamen Verwaltung der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, Klinikseelsorger Dr. Andreas Kroh, Schulpfarrer Detlev Schnell vom Berufskolleg, Christel Knebel für die Frauenhilfe und sogar eine weitere interessierte Besucherin, die den Tag einfach gern als Gast miterleben wollte.

Gruppe 1 „Gottesdienst - feiern!“

  • erste Diskussionsrunde
  • erste Diskussionsrunde
  • erstes Ergebnis
  • Zustimmung zu Gedanken
  • Projekt-Auftrag 1
  • Projekt-Auftrag 2
  • Projekt-Auftrag 2

Eröffnet wurde die Synode mit einer Andacht von Superintendent Stefan Berk unter der Überschrift „Wenn dich deine Kinder fragen“: „Es gibt im 5. Buch Mose einen erstaunlichen Text. Dort wird zum Fragen und zum Antworten geradezu aufgefordert. Fragen und Antworten, sich die Zeit zum Gespräch zu nehmen, gehört unbedingt zum Leben dazu.“ Und genau in diesen Zusammenhang stellte der Leitende Theologe des Kirchenkreises die Sondersynode: „Was wir heute hier im Abenteuerdorf machen, ist keine Nebensächlichkeit. Die Älteren stellen sich den Fragen der Jüngeren. Die Jugendsynode hat Positionen bezogen. Und wir sind jetzt gefragt, darauf zu reagieren, Antworten zu geben, gemeinsam mit der jüngeren Generation über unser Leben, unseren Glauben, unsere Kirche für die nächsten Jahre nachzudenken. Genau das macht den Glauben aus, dass wir miteinander über unsere Erfahrungen ins Gespräch kommen, dass die einen die Fragen ernst nehmen, auch die kritischen Positionen gegenüber den Traditionen, und dass die anderen bereit sind, zuzuhören und versuchen zu verstehen, warum in der Vergangenheit bestimmte Entscheidungen so getroffen worden sind wie es passiert ist.“

Gruppe 2 „1000 Fähigkeiten - aber wer?“

  • erste Diskussionsrunde
  • erste Diskussionsrunde
  • erstes Ergebnis
  • Zustimmung zu Gedanken
  • Ablehnung der Gedanken
  • Enthaltung
  • Projekt-Auftrag

Die Anwesenden teilten sich in fünf Gruppen auf, die in kurzen Schlagwort-Überschriften ihre Themen auf den Punkt brachten: „Gottesdienst - feiern!“, „1000 Fähigkeiten - aber wer?“, „Kirchenkreis »in der Tasche« - Digitalisierung heute“, „Gemeinde - aber mit allen!“ und „Sehen und gesehen werden - Wertschätzung in unseren Gemeinden“. Während erfahrene Synodale die Gruppen moderierten, stellten junge Leute als Anwälte ihrer Themen die Gedanken vor, die sich die Jugendsynode vor einem halben Jahr dazu gemacht hatte. Die Strategien der Gemeinden waren unterschiedlich. Es gab eine, die verteilte sich so, dass ihre Leute in möglichst vielen Gruppen vertreten waren, zuhören konnten, aber auch mitreden. Es redeten viele mit, mehr als bei üblichen Synoden. Das war schon bei der Jugendsynode augenfällig gewesen, wie viele sich zu Wort meldeten. Und als nähmen sich die Älteren ein Beispiel an den Jüngeren, diskutierten sie jetzt auch mit. Öfters saßen auch mehrere aus einer Kirchengemeinde beieinander in einer Gruppe, wo ein Hauptamtlicher von einem Jugendlichen dann hörte, dass das mit der Wertschätzung in anderen Kirchenkreis-Regionen besser klappt als in der eigenen. Interessant dabei, dass für die jungen Leute oftmals die vier Regionen, die in diesem Verbund ihre Jugendbibelwochen ausrichten und gemeinsam zu den Konfi-Camps fahren, viel eher eine Bezugsgröße sind als für die Großen. Noch etwas Gutes zum Dazulernen.

Gruppe 3 „Kirchenkreis »in der Tasche« - Digitalisierung heute“

  • erste Diskussionsrunde
  • erste Diskussionsrunde
  • erstes Ergebnis
  • Zustimmung zu Gedanken
  • Projekt-Auftrag

Die Ergebnisse aus den ersten Gruppenarbeiten wurden nach dem Mittagessen der Versammlung vorgestellt. Und in dieser ganz praktischen Demokratie-Übung lernten die Jugendlichen auch deren vom Gesetz gesetzten Grenzen kennen. Beschlüsse fassen für den Kirchenkreis darf nämlich nur die Synodalversammlung mit ihren klar festgelegten Stimmberechtigten. Aber Stefan Berk hatte deshalb gleich zu Beginn angeregt, dass hier keine Beschlüsse gefasst würden, sondern lediglich Stimmungsbilder eingeholt würden - da konnten natürlich alle Anwesenden mit abstimmen.

Gruppe 4 „Gemeinde - aber mit allen!“

  • erste Diskussionsrunde
  • erste Diskussionsrunde
  • erste Ergebnisse
  • erste Ergebnisse
  • erste Ergebnisse
  • Zustimmung zu Gemeinde-Freizeiten
  • Zustimmung zu Gemeinde-Abenden
  • Projekt-Auftrag

In der zweiten Runde des Nachdenkens brachte ein solches Stimmungsbild eine Gruppe, die alternative Projekte ins Auge gefasst hatte, dazu, sich von dem unbeliebteren zu verabschieden. Die folgenden Projekte blieben am Ende übrig: ein eigenes Kirchenkreis-Gesangbuch mit alten und neuen Liedern auf Papier und digital; die Befragung aller Gemeindeglieder für Ablauf und Form eines kirchenkreisweiten Traumgottesdienstes; eine alljährliche gemeinsame Jugendveranstaltung der Begegnung; Inhalte und Informationen sollen für alle Endgeräte nutzbar vom Kirchenkreis zur Verfügung gestellt werden; ein Ausschuss für Digitalisierung, Vernetzung, Social Media soll eingerichtet werden; auf Kirchenkreis-Ebene werden Gemeindeabende der Begegnung konzipiert, die möglichst in jeder Kirchengemeinde zweimal jährlich stattfinden mögen; der Kirchenkreis soll eine synodale Beauftragung für Wertschätzung auf den Weg bringen und einen Katalog mit Bausteinen der Wertschätzung für sich selbst und seine Gemeinden ausfeilen.

Gruppe 5 „Sehen und gesehen werden - Wertschätzung in unseren Gemeinden

  • erste Diskussionsrunde
  • erste Diskussionsrunde
  • erstes Ergebnis
  • Zustimmung zum Konzept
  • Ablehnung des Konzepts
  • Projekt-Auftrag

Es gibt also viel zu tun. Der Kirchenkreis wird diese Dinge nicht allein auf den Weg bringen können. Es muss gemeinsam weitergearbeitet werden. Mit möglichst vielen Menschen, denn geteilte Arbeit ist halbe Arbeit. Außerdem werden die Ergebnisse besser, wenn unterschiedliche Menschen mit all ihren Begabungen nach dem Weg in eine gute Zukunft für die evangelische Kirche in Wittgenstein und Hochsauerland suchen. Genauso war es auch bei der samstäglichen Sondersynode, die am Ende wie im Flug verging.

WICHTIG:

Hier gibt es im Nachgang zur Sondersynode im Frühjahr 2018 einen Fragebogen zum Thema „Gottesdienst“. Bitte laden Sie ihn herunter, füllen Sie ihn aus, geben Sie ihn bei Ihrem örtlichen Gemeindebüro oder bei Ihrer Pfarrerin, Ihrem Pfarrer bis Sonntag, 30.September, ab. Über den QR-Code kann das Formular auch in Internet ausgefüllt werden.